Sport | Fußball
30.08.2018

Eine Chronologie des Salzburger Champions-League-Traumas

Zum elften Mal muss Salzburg die Champions League vor dem Fernseher verfolgen. Die Pleite gegen Belgrad schmerzt besonders.

Elf Mal stand Red Bull Salzburg in der Champions-League-Qualifikation mal mehr, mal weniger knapp vor dem ersehnten ersten Einzug in die Gruppenphase, elf Mal scheiterte man teils unglücklich, teils unverständlich kläglich. Der Rückschlag gegen Roter Stern Belgrad ist nur der letzte in einer langen Reihe von schmerzhaften Tiefschlägen.

Das Düdelingen-Debakel
Kaum ein Moment in der jungen Geschichte von Red Bull Salzburg hat sich so sehr in das kollektive österreichische Fußballgedächtnis eingebrannt wie das Scheitern gegen Düdelingen in der Saison 2012/13: Am 17. Juli unterlag man auswärts beim luxemburgischen Meister mit 0:1. Im Rückspiel herrschte Panik, man geriet gar mit 0:1 in Rückstand. Die 2:1-Pausenführung war zu wenig, und nach dem Seitenwechsel ging Düdelingen gar erneut mit 3:2 in Führung. Zwar drehte Salzburg das Spiel noch einmal und siegte mit 4:3, die Auswärtstorregel brach den Bullen jedoch das Genick.

Das Malmö-Trauma
An den Schweden biss sich Salzburg gleich zwei Mal in Folge die Zähne aus. 2014/15 hatte man sich mit im Play-off einem 2:1-Sieg zuhause noch in eine passable Ausgangslage gebracht. Vor dem Rückspiel tauchte dann aber Leistungsträger Sadio Mane unter, aus Angst, er dürfe Salzburg vielleicht nicht verlassen. In Schweden ging man mit 0:3 unter, Mane wurde kurz danach an Southampton verkauft. Ein Jahr später hieß der Gegner in der dritten Quali-Runde erneut Malmö, der 2:0-Sieg zuhause ließ erneut vom Aufstieg träumen - ehe man in Malmö ein zweites Mal mit 0:3 verlor und erneut die Segel streichen musste.

Kroatische Katastrophen
Mehr als drei Minuten waren es nicht, die Salzburg 2016 gegen Dinamo Zagreb zum Aufstieg fehlten: Ein 1:1 im Hinspiel in Zagreb war eine gute Ausgangsposition, und bis zur 87. Minute führten die Salzburger vor heimischem Publikum mit 1:0. Dann traf Junior Fernandes zum 1:1-Ausgleich, es ging in die Verlängerung. Dort waren die Bullen dann jedoch völlig neben der Spur, El Arbi Hillel Soudani versetzte Salzburg mit seinem Treffer zum 2:1 aus kroatischer Sicht den Todesstoß. Im Vorjahr bedurfte es dazu nicht einmal eines Treffers: Gegen HNK Rijeka hatte man in der dritten Quali-Runde zuhause nur ein 1:1 erreicht, ein torloses Unentschieden in Kroatien war dann zu wenig.

Selbstfaller gegen Israelis
2009 und 2010 kam das Salzburger Quali-Aus jeweils im Play-off, jeweils gegen den israelischen Meister. Gegen Maccabi Haifa leistete man sich 2009 eine 1:2-Heimniederlage, beim Rückspiel in Haifa musste Trainer Huub Stevens notgedrungen umbauen. Das ging schief, mit einem 0:3 verabschiedete man sich sang- und klanglos. Knapper wurde es im Jahr darauf gegen Hapoel Tel Aviv, abermals fiel die Vorentscheidung aber schon im Hinspiel: Zuhause unterlag Salzburg mit 2:3, im Rückspiel war ein 1:1 in Tel Aviv zu wenig für den Aufstieg.

Das Elfer-Geschenk
Auch 2007 hatten den Salzburgern gegen Schachtar Donezk nur mehr drei Minuten auf den Einzug in die Gruppenphase gefehlt. Nach einem 1:0-Heimsieg hatte die von Giovanni Trapattoni betreute Mannschaft in der Ukraine bis zur 79. Minute ein 1:1 gehalten. Doch dann entschied Schiri Laurent Duhamel aus Frankreich nach einer harmlosen Attacke von Ibrahim Sekagya an Brandao auf Elfmeter. Nery Alberto Castillo nahm das Geschenk an und traf zum 2:1. Bis zur 87. Minute war Salzburg noch weiter, doch dann fixierte Brandao mit einem Kopfballtor zum 3:1 den Aufstieg für Schachtar.

Das Zickler-Theater
Kann Salzburgs Torjäger spielen oder nicht? Das war das große Thema vor dem Rückspiel gegen Valencia im August 2006. Salzburg hatte das Heimspiel gegen den spanischen Spitzenklub 1:0 gewonnen. Alexander Zickler fehlte im Teamflieger nach Spanien. Der Deutsche hatte sich im Bundesligaspiel davor gegen Mattersburg eine Muskelzerrung im Oberschenkel zugezogen und war zu einer Behandlung nach München gereist. Mit einem Privatjet kam er nach, doch seine Fitness reichte nicht. Statt ihm musste der Ungar Peter Orosz aus der zweiten Mannschaft stürmen. Salzburg kam in Valencia zu keiner einzigen Torchance, ging sang- und klanglos mit 0:3 unter.

Machtlos gegen Fenerbahce
Vielleicht die am wenigsten schmerzhafte Niederlage in der Salzburger Champions-League-Geschichte kam 2013 gegen Fenerbahce: Die türkische Startruppe war für Österreichs Meister einfach eine Nummer zu groß. Im Hinspiel hatte man sich mit einem 1:1 um eine bessere Ausgangslage gebracht, im Rückspiel war ein Treffer von Soriano zu wenig - in Istanbul verlor man mit 1:3 und musste nach der 3. Qualifikationsrunde schon wieder ins Europa-League-Play-off umsteigen. Immerhin: In der Europa League war erst im Achtelfinale gegen den FC Basel Endstation.