Volles Haus oder leere Tribünen? Corona lässt einige Rapid-Fans beim Stadionbesuch zögern

© APA/EXPA/FLORIAN SCHROETTER

Sport Fußball
03/29/2022

Long-Covid: Wie Rapid um die verlorenen Zuschauer kämpft

Wegen und nach der Coronakrise ist der Besuch im Stadion keine Selbstverständlichkeit mehr. Welche Aktionen Rapid deswegen startet.

von Alexander Huber

Alle Derby-Karten verkauft, alles gut? So einfach ist das im dritten Corona-Jahr nicht. Weder in Hütteldorf, noch bei den anderen Profi-Klubs.

Quer durchs Land zeigt sich, dass das Interesse am Fußball weiterhin hoch ist. Aber das Publikum hat sich an andere Möglichkeiten gewöhnt, als live vor Ort mitzufiebern. „Die Rückkehr der Fans ist kein Selbstläufer“, weiß Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek. Zu sehen bekamen das die Grünen im Februar beim 2:1 gegen Vitesse Arnheim – vor nur 10.700 Fans im Stadion.

Um das Publikum dauerhaft zurückzugewinnen, werden mehrere Aktionen gestartet.

„Wir wollen die Rapid-Gemeinschaft aktivieren und motivieren“, sagt Peschek. Sportchef Zoran Barisic betont: „Die Mannschaft und die Fans sollen wieder eine Einheit werden. Sie sollen gerne ins Stadion kommen und unseren Weg der Durchlässigkeit mit eigenen Talenten mitgehen.“

Entwöhnung

Peschek hat auch in Hütteldorf das bemerkt, was für tiefe Sorgenfalten im Kulturbetrieb sorgt: Bis zu 50 Prozent sind nach den diversen Öffnungsschritten im Theater, im Kabarett oder vor den Musicalbühnen weggebrochen. So schlimm ist es im Fußball nicht – aber auch in Hütteldorf gab es Minuszahlen.

Einige fürchten sich noch vor Massenveranstaltungen, andere finden das TV-Angebot angenehmer und ein gar nicht so kleiner Teil hat nach Kurzarbeit oder zeitweiliger Arbeitslosigkeit auch finanzielle Probleme, die – abseits der Abos – nicht wirklich billigen Tickets zu erwerben.

Eine von mehreren Gegenmaßnahmen ist morgen in Oberösterreich zu sehen. „Wir beginnen unsere Bundesländer-Tour in Wels: Ein Rapid-Team wird den ganzen Tag vor Ort sein, um das Erlebbare für die Fans in den Mittelpunkt zu rücken“, kündigt Peschek an. Zum abschließenden Stammtisch im Gösserbräu kommen die Lokalmatadoren Wimmer und Schobesberger.

Die weiteren Stationen sind Niederösterreich (20. April), die Steiermark (4. Mai) und das Burgenland (15. Juni).

„Die Rückkehr der Fans ist kein Selbstläufer. Sie sollen wieder gerne ins Stadion kommen.“ Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek 

Fanklub-Offensive

Zusätzlich gibt es eine Aktion, um Fanklubs zu gründen. Rapid ist mit rund 200 Fanklubs die Nummer 1 im Land. „Aber wir wollen auf 250 kommen“, sagt Peschek. Außerdem wird es ohne Corona-Maßnahmen wieder leichter werden, die Mitglieder direkt zu betreuen. 7.000 gab es zum Start der Mitgliederoffensive unter Präsident Krammer 2013, jetzt sind es rund 16.000.

Der wesentlichste Grund, um ins Stadion zu gehen, bleibt aber der sportliche Erfolg. Umso wichtiger ist die Kaderplanung.

Christoph Peschek, ansonsten mit dem Blick auf die Finanzen immer vorsichtig formulierend, verspricht: „Die Fans dürfen sich auf den Kader für die kommende Saison freuen.“

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