FUSSBALL: PK RED BULL - NEUER TRAINER: FREUND /MARSCH

Christoph Freund hinter Trainer Jesse Marsch.

© APA/BARBARA GINDL / BARBARA GINDL

Sport Fußball
12/10/2019

Christoph Freund: Der Mann hinter Salzburgs Erfolgen

Der Red-Bull-Sportdirektor über die Philosophie der österreichischen Nummer eins.

von Alexander Strecha, Philipp Albrechtsberger

Man muss kein Weltklassefußballer gewesen sein, um Spitzenklasse zu produzieren. Christoph Freund hat es selbst nie über die zweite österreichische Fußballliga hinaus geschafft, am gegenwärtigen Höhenflug der Salzburger Meistermannschaft ist der 42-Jährige aber maßgeblich beteiligt.

Vor dem abschließenden Gruppenheimspiel in der Champions League gegen Titelverteidiger FC Liverpool am Dienstag-Abend gab der Sportdirektor von Red Bull dem Magazin Spieler der "Vereinigung der Fußballer“ Einblicke in seine Arbeit und in die Philosophie des österreichischen Vorzeigeklubs.

„In erster Linie ist wichtig zu wissen, was wir wollen, welchen Fußball wir spielen wollen. Welche Mitarbeiter wir dafür brauchen und welche Spieler wir holen müssen. Das ist die Basis für den Weg“, erklärt Freund, der sich im Verein hochgearbeitet hat und die Strukturen wie kein Zweiter kennt.

Mann der ersten Stunde

2006, ein Jahr nach der Übernahme der Salzburger Austria durch Dietrich Mateschitz und Red Bull, fing auch Freund als Teammanager an. Bald darauf stieg der ehemalige Mittelfeldspieler, der in seiner Jugend selbst bei Austria Salzburg ausgebildet worden war, zum Sportkoordinator auf. Zur Saison 2015/ 2016 trat er dann in die (großen) Fußstapfen von Sportdirektor Ralf Rangnick, der sich ganz in den Dienst bei RB Leipzig stellte.

Den Rückzug des deutschen Fußballvisionärs aus Salzburg deuteten damals viele als Zäsur, tatsächlich wurde der Weg auch unter Freund konsequent fortgesetzt: „Ob ein Trainer zu uns passt, hängt nicht vom Namen ab, sondern vielmehr vom Typ. Wir stehen für eine bestimmte Art von Fußball mit jungen Spielern, denen wir den nächsten Schritt ermöglichen wollen. Rundherum dreht sich schon sehr viel, aber das Prinzip des Vereins bleibt gleich“, sagt der Leoganger.

Konsequenter Weg

Tatsächlich war es ein munteres Kommen und Gehen bei Spielern und Trainern. Geblieben ist der Erfolg. „National haben wir elf von zwölf Titel gefeiert, das ist außergewöhnlich und keine Selbstverständlichkeit, wenn man sieht, welche Spieler wir abgegeben haben.“

Dass sich unter der Führung von Freund nun auch die Erfolge auf internationaler Ebene eingestellt haben (Halbfinale in der Europa League 2018), bestärkt die Klubführung in ihrem Weg. Doch Christoph Freund nimmt auch die Rolle des Mahners ein: „Wir werden achten, dass wir den Weg nicht verlassen, trotz mancher Verlockungen durch die Einnahmen im Europacup.“

Der Leoganger wurde am 2. Juli 1977 geboren. Er wurde in der Jugend von Austria Salzburg ausgebildet. Freund war danach  unter anderem bei den Zweitligisten Wattens und Untersiebenbrunn aktiv. Seine Fußballerkarriere beendete der Mittelfeldspieler erst 2013. Zu diesem Zeitpunkt war Freund schon sieben Jahre beruflich in den verschiedensten Funktionen für Red Bull Salzburg tätig. Im Juli 2015 übernahm er schließlich von Ralf Rangnick das Sportchefamt.

Mittlerweile werden auch die kritischen Stimmen ob der Kommerzialisierung durch Red Bull leiser. Die in den vergangenen beiden Jahren zu Österreichs Mannschaft des Jahres gewählten Salzburger können durchaus auch das Sportland begeistern. Vor allem der mutige Spielstil findet gefallen. „Der Fußball, den wir spielen, der passt zu uns. Junge Spieler zu entwickeln mit Mut und Leidenschaft“, sagt Freund, gibt aber auch zu: „Wir haben es ja auch nicht erfunden. Andere Teams sind mit anderen Stilen erfolgreich. Man muss immer schauen, wohin sich der Fußball entwickelt. Wir wollen ja gar nicht alles abdecken, sondern schon für einen klaren Stil stehen.“

Dazu passt auch die Selbstbeschreibung des Sportdirektors. Freund sieht sich nicht als exponierte Person im Klub, sondern als Teamspieler. Im Mittelfeld fühlte er sich schon als Fußballer am wohlsten. Seine wichtigste Aufgabe sei es, so Freund, alles zu überblicken.

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