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Sport Fußball
03/23/2021

Überraschungsteam WSG Tirol: Der Aufstieg des Absteigers

Im Sommer 2020 war der Klub am Tiefpunkt und sportlich abgestiegen, jetzt stürmten die Tiroler die Meistergruppe.

von Christoph Geiler

In den nervenaufreibenden Sekunden des Wartens auf den Schlusspfiff in Hartberg unternahm Thomas Silberberger für sich noch einmal eine Zeitreise in die Vergangenheit. Und der Trainer von WSG Tirol dachte zurück an den 4. Juli 2020, als für ihn eine Welt zusammenbrach. Das 0:0 gegen Admira besiegelte damals den Abstieg des Aufsteigers und versetzte den gesamten Verein, vor allem aber Trainer Silberberger in Schockstarre. „Ich hätte mich mit meinem Gipshaxn am liebsten von der Europabrücke gestürzt. Das war die schlimmste Zeit in meinem Leben.“

Knapp neun Monate später kann der 47-Jährige den größten Erfolg seiner Trainerkarriere bejubeln. WSG Tirol, der sportliche Absteiger der letzten Saison, darf im Konzert der Großen mitspielen und ist Mitglied der Meistergruppe. Das späte 3:3 von SKN St. Pölten in Hartberg machte die Sensation perfekt.

„Danke, Martin Pucher“, sagte Thomas Silberberger, der bekanntlich nie um einen launigen Sager verlegen ist, am Tag danach. Die Pleite der Mattersburger Commerzialbank rund um SVM-Boss Pucher hatte Absteiger WSG Tirol diese zweite Saison in der Bundesliga erst ermöglicht. „Ohne Mattersburg würden wir heute irgendwo hinten in der zweiten Liga herumkrebsen“, glaubt der Tiroler Coach.

Zweite Chance

Und das wäre es dann wohl schon wieder gewesen mit den ehrgeizigen Ambitionen von Präsidentin Diana Langes-Swarovski, die angekündigt hatte, WSG Tirol langfristig in der höchsten Spielklasse zu etablieren. „Wären wir wirklich abgestiegen, hätten wir alles extrem zurückfahren müssen. Aber so haben wir halt eine zweite Chance erhalten. Und die haben wir auch genützt.“

Trainer Thomas Silberberger und Sportchef Stefan Köck zogen im hektischen Sommer 2020, als sie mehrere Wochen nicht wussten, in welcher Liga die WSG tatsächlich spielen würde, die richtigen Schlüsse aus dem sportlichen Abstieg. Das Team wurde einem Facelifting unterzogen und radikal verjüngt, und mit dieser neuformierten Mannschaft bereiteten die Tiroler vor allem den Top-Teams Probleme.

Eben diese Bilanz stimmt denn auch Thomas Silberberger für die kommenden Aufgaben zuversichtlich. Für ihn ist das Erreichen der Meistergruppe zwar ein „Meilenstein“, aber nur ein Etappenziel. „Wir haben überhaupt keinen Druck, die anderen müssen ins internationale Geschäft. Ich bin überzeugt, dass wir das noch toppen können. Und warum sollen wir Sturm und WAC nicht hinter uns lassen?“

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