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Sport Fußball
08/05/2022

Bayern deklassiert Frankfurt zum Bundesliga-Auftakt

Der Rekordmeister fertigt den Europa-League-Sieger mit 6:1 ab. Auch Neuzugang Mane trifft.

Wer soll diese Super-Bayern stoppen? Mit einem Tor-Spektakel hat der Rekordmeister aus MĂŒnchen die 60. JubilĂ€umssaison der Fußball-Bundesliga bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt eröffnet und ein beeindruckendes Statement an die Konkurrenz gesendet. Mit dem 6:1 (5:0)-Sieg am Freitagabend vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena unterstrich der Titelverteidiger gleich am ersten Spieltag nachdrĂŒcklich seine Ambitionen auf die elfte Meisterschaft in Serie. Die Hessen kassierten dagegen vor dem UEFA-Supercup gegen Champions-League-Gewinner Real Madrid am kommenden Mittwoch in Helsinki einen heftigen DĂ€mpfer.

In einer rasanten und teilweise vogelwilden Partie machten Joshua Kimmich (4.), Benjamin Pavard (11.), Sadio ManĂ© (29.), Jamal Musiala (35.) und Serge Gnabry (43.) bereits vor der Pause alles klar fĂŒr die wie entfesselt stĂŒrmenden Bayern. Erst nach dem Wechsel kam Frankfurt etwas besser ins Spiel und belohnte sich durch Neuzugang Randal Kolo Muani (64.) nach dickem Patzer von Bayern-Torwart Manuel Neuer. Musiala (83.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt.

FĂŒr die kurioseste Szene des Spiels sorgte Thomas MĂŒller in der 23. Minute. Der Nationalspieler brachte es fertig, den Ball aus kĂŒrzester Distanz nicht ins leere Tor unterzubringen. Im Fallen traf MĂŒller nach einem nicht ganz sauberen Pass von Gnabry nur den Pfosten, danach prallte der Ball gegen seinen Kopf. Slapstick pur.

Gleiche Formation

Nagelsmann hatte die Qual der Wahl und entschied sich fĂŒr die gleiche Startformation wie beim Supercup-Spektakel gegen RB Leipzig (5:3) - und damit gegen den fast 70 Millionen Euro teuren Neuzugang Matthijs de Ligt. Auch Nationalspieler Leroy SanĂ© saß zu Beginn nur auf der Bank. DafĂŒr meldete sich TorhĂŒter Neuer nach seiner Magen-Darm-Erkrankung einsatzfĂ€hig. Und vorne stĂŒrmte ManĂ©, die neue Attraktion der Liga.

Der senegalesische Ausnahmespieler setzte nach 90 Sekunden eine erste Duftmarke, sein Kopfball nach einer Ecke von Kimmich verfehlte aber klar das Tor. Nur wenig spĂ€ter machte es Kimmich besser - und wie! Bei einem Freistoß aus halbrechter Position dĂŒpierte der Nationalspieler Eintracht-TorhĂŒter Kevin Trapp, der auf eine Flanke spekulierte, und schlenzte den Ball frech an der Mauer vorbei ins kurze Ecke. Der rechte Pfosten half mit.

Die Eintracht war komplett von der Rolle und kassierte nur sechs Minuten spÀter den zweiten Gegentreffer durch Pavard, der die SchlÀfrigkeiten in der Frankfurter Hintermannschaft gnadenlos bestrafte. Erst danach gab der Gastgeber ein erstes Lebenszeichen ab. Innenverteidiger Tuta hatte aber Pech, dass er per Kopf nur die Latte traf. Neuer wÀre machtlos gewesen.

Die MĂŒnchner schĂŒttelten sich kurz - und setzten ihren Hochgeschwindigkeits-Fußball unbeirrt fort. Hellwach, aggressiv und kombinationsstark fuhr das Star-Ensemble einen gefĂ€hrlichen Angriff nach dem nĂ€chsten auf das gegnerische Tor. Der Lohn: drei weitere Treffer im ersten Durchgang durch ManĂ©, Musiala und Gnabry. Das 5:0 war die höchste HalbzeitfĂŒhrung seit EinfĂŒhrung der Eröffnungsspiele.

Im ersten Spiel nach dem Abgang von Robert Lewandowski (FC Barcelona) fokussierte sich das Offensivspiel nicht mehr auf einen StoßstĂŒrmer, sondern ManĂ©, MĂŒller und Gnabry tauschten oft die Positionen, kreuzten viel und waren so kaum zu fassen fĂŒr die Frankfurter. Auch der zurzeit bĂ€renstarke Musiala tauchte vorne ĂŒberall auf.

Die Eintracht wurde nach allen Regeln der Kunst vorgefĂŒhrt, hatte zwischenzeitlich aber die Riesenchance zum 1:2-Anschlusstreffer durch Jesper Lindström (26.). Das Team von Trainer Oliver Glasner agierte in der Defensive viel zu offen und lud damit die pfeilschnellen Bayern-StĂŒrmer regelrecht zum Kontern ein. Auch offensiv kam vom Champions-League-Teilnehmer zu wenig, zumal Bundesliga-RĂŒckkehrer Mario Götze blass blieb. Auch von FlĂŒgelflitzer Filip Kostic, der von Juventus Turin heftig umworben wird, kam viel zu wenig.

Glasner reagierte und brachte zur zweiten HĂ€lfte in Kristijan Jakic, Christopher Lenz und Kolo Muani gleich drei neue Spieler. Außerdem dĂŒrfte der Trainer die richtigen Worte in der Kabine gefunden haben. Nachdem ein Tor nach Videobeweis noch aberkannt worden war, traf Kolo Muani nach einem Patzer von Neuer, dessen Ausflug aus dem Strafraum bestraft wurde, zum 1:5.
Die MĂŒnchner schalteten mindestens einen Gang runter, wodurch die Eintracht zu weiteren Chancen wie die von Ansgar Knauff (69.) kam. Wirklich gefĂ€hrlich wurde es fĂŒr den Titelverteidiger aber nicht mehr.

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