Austria gegen Rapid: Warum es heute um mehr als drei Punkte geht

Austria und Rapid wollen mit einem Sieg im 349. Wiener Derby im Titelrennen bleiben. Die Vorbereitung der Trainer fällt unterschiedlich aus.
Austria-Boss Dragovic wird auf Stürmer Weimann (re.) treffen.

In einem Wiener Derby steht immer viel auf dem Spiel. Das Image, das Gesicht, das man verlieren kann, die Vormachtstellung in der Hauptstadt beispielsweise. Doch bei der 349. Auflage am Sonntag in der Generali Arena (17 Uhr) kommt noch eine weitere Komponente hinzu.

Aufgrund der gedrängten Tabellenkonstellation, mit Leader Sturm Graz vier Punkte vor Rapid und fünf Zähler vor der Austria, darf wohl lediglich der Derbysieger noch vom Titelkampf träumen.

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Ein Remis würde dem Meister in die Karten spielen, sofern die Grazer ihre Form halten.

1, 2 oder 3?

„Ich habe kein Team gesehen, das wir nicht schlagen könnten. Aber ob das am Ende Platz 1, 2 oder 3 bringt? Das wird die Zeit zeigen“, sagt Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup, der betont: „Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen.“

Nach dem 0:2 im Derby in Favoriten herrschte im Februar noch tiefste Depression bei Rapid.

Auch Stephan Helm ist kein Freund der wöchentlichen Rechnereien. Der Austria-Trainer weiß, dass das Derby die Richtung weisen kann, verweist aber auch darauf, dass alles eng beisammen ist, Woche für Woche die Spiele nicht vorhersehbar sind: „Es geht auch darum, dass man mit einem Sieg zusätzliche Energie für die nächsten Spiele gewinnen kann.“

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"Es ist ein Wahnsinn" 

Der nunmehrige Nachwuchs-Trainer Guido Burgstaller, der beim bislang letzten Derby ohne Rapid-Fans in Favoriten beim 2:1-Sieg der Hütteldorfer 2025 noch getroffen hat, wundert sich: „Das, was sonst für das Derby gilt, ist diesmal für die Meistergruppe überhaupt zu sagen: Es gibt keinen Favoriten. Jedes Spiel ist 50-50. Es ist ein Wahnsinn, dass du auch mit viel Wissen keinen Ausgang vorhersagen kannst.“

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Noch enger als gewohnt

Fix ist nach dem LASK-Erfolg in Salzburg: Mit einem Derbysieg würde die Austria nicht nur den Erzrivalen überholen, sondern auch nur einen Punkt hinter Platz zwei und den Linzern liegen.

„Durch den Modus hat gefühlt jedes Spiel deutlich mehr Bedeutung“, meint Helm, der seinen dritten Derbysieg in Folge feiern könnte. Zuletzt war das in der Meistersaison 2012/’13 gelungen.

Bei Rapid verabschiedete die aktive Fanszene beim Abschlusstraining im Prater die Mannschaft lautstark. Der Auswärtssektor bleibt geschlossen.

Die Botschaft der Fans nennt der zuletzt schmerzlich vermisste Jannes Horn auch als wichtigste Eigenschaft für das ewige Duell: „Den Kampf annehmen.“

Der Routinier erklärt: „Vor einem Derby kribbelt es noch mehr. Wenn es um unsere Farben geht, laufe ich noch einen Kilometer mehr. Und ganz wichtig ist da der erste Zweikampf, der erste Pass.“

Jannes Horn jubelt mit Bolla für Rapid

Jannes Horn jubelt mit Bolla für Rapid

Beim ersten Saisonderby startete Rapid als Tabellenführer betont vorsichtig, die Austria siegte 3:1. Horn: „Das war der Knick für uns.“

Feurige Ansprachen 

Auch im jüngsten Duell ist es den Violetten besser gelungen, sofort voll da zu sein. Ob das an den feurigen Ansprachen von Helm und Motivator Aleksandar Dragovic liegt?

Hoff Thorup setzt auf die übliche, auf Konzentration fokussierte Vorbereitung und verrät, dass er mit seiner ersten, sehr lauten, Derby-Pausenansprache nicht zufrieden war. Der Däne übte beim 0:2 so harte Kritik, dass er einige Spieler Tage später wieder aufbauen musste: „So will ich eigentlich nicht sein. Die Emotionen dürfen nicht überhandnehmen, so wollen wir auch auf dem Feld agieren.“

Bei der Austria könnte Innenverteidiger Handl den gesperrten Plavotic ersetzen, Teenager Vasilije Markovic ist eine Option für die Startelf. 

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Helm will aber die Talente nicht in einem Derby „verheizen“: „Einige bewegen sich erst seit kurzer Zeit auf dem Niveau, da muss man ihre Entwicklung beobachten.“

Hoffnung auf Schöller, Dahl will 

Bei Rapid wird gehofft, dass Verteidiger Schöller bereit für die Startelf ist. Flügelstürmer Dahl wäre das auf jeden Fall.

Hoff Thorup: „Entscheidend wird, ob wir diesmal unsere zahlreichen Angriffe auch erfolgreich zu Ende spielen können.“

Zuletzt trug die Effektivität im Wiener Derby Violett.

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