Eine Joghurt-Torte als Derby-Vorspeise für Austria-Trainer Helm
Zungen zeigen: Wollen Eggestein und seine Kollegen den Rapidlern am Sonntag.
Die Austria würde sich glücklich schätzen, hätte sie am Sonntag ebenso viel zu feiern wie schon am Freitag. Denn da wurde Trainer Stephan Helm 43 Jahre alt, als Geschenk erhielt er vom Verein einen neuen Zweijahresvertrag bis 2028. Zur Feier des Tages brachte er eine Joghurt-Torte mit Streusel obendrauf mit, gefertigt von Mutters Händen. Die Mehlspeisen der Burgenländerin sind in der Austria-Kabine äußerst beliebt und werden eifrigst vom Tablett schnabuliert. „Dabei bin ich ja kein Tortenesser, weil mir die meisten zu trocken sind“, gibt Helm Einblicke in seine kulinarischen Gewohnheiten.
"Er ist der richtige Mann"
Die Spieler könnten sich ja nicht lumpen lassen und Stephan Helm einen Derby-Sieg schenken, ganz ohne Torte. Die Entscheidung für Helm als künftigen Austria-Trainer fiel letztlich am Donnerstag im Aufsichtsrat einstimmig, das komplette Trainerteam erhält neue Verträge mit etwas höheren Bezügen. Sportvorstand Tomas Zorn streute dem Veilchen-Trainer Rosen: „Er ist der richtige Mann, mit dem wir künftig unsere Ziele erreichen wollen.“
Man möchte in Wien-Favoriten die Ansprüche sukzessive nach oben schrauben, wenngleich man in den Gesprächen und Verhandlungen das Wort „Titel“ nicht in den Mund nahm. „Aber wir reden hier vom Leistungssport. Wenn wir beim Status quo bleiben, dann stagnieren wir“, so Zorn weiter. „Um einen Titel kämpfen, ja. Einen zu erreichen, ist Stand jetzt mit dem aktuellen Kader vielleicht nicht ganz realistisch.“
Keine Wundertüte
Das Derby am Sonntag gegen Rapid könnte jedenfalls zwei Richtungen weisen. Dem Sieger jene nach oben in Richtung Titelkampf, der Verlierer wiederum müsste seine Ziele weiter unten ansetzen. „Wir haben diesen Modus nun schon einige Jahre, meist ist eine Mannschaft davon marschiert. Jetzt sind plötzlich alle Plätze sehr attraktiv“, meint Helm. „Jedes Spiel in der Meistergruppe hat gefühlt noch mehr Bedeutung. Natürlich geht es jetzt um Punkte und darum, mit einem Sieg zusätzliche Energie zu erzeugen.“
Gegner Rapid ist bekannt, daher keine Wundertüte. „Sie sind strukturiert, man sieht klar, was sie spielen wollen. Sie haben in den vergangenen Wochen Schritte nach vorne gemacht.“ Helm freut sich ein weiteres Mal auf die für ihn ganz spezielle Derby-Atmosphäre. „Das gibt es so in Österreich nicht. Das ist außergewöhnlich, da möchte man dabei sein.“ Wieder ging es unter der Woche darum, die Spieler eher zu bremsen als sie zu motivieren. Zorn: „Das braucht man vor einem Derby nicht.“
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