Austria Wien oder eine Frage der Vernunft

Der neue Vertrag für Trainer Stephan Helm macht Sinn. Vernunft müssen aber auch so manche Austria-Talente an den Tag legen.
Alexander Strecha
FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA / MEISTERGRUPPE / 6. RUNDE: SK PUNTIGAMER STURM GRAZ - FK AUSTRIA WIEN

In den vergangenen eineinhalb Jahren zeichnete sich die Wiener Austria selten durch von Vernunft geleitetem Handeln aus. Es regierten Eitelkeiten, es flogen die im Wienerischen wohl bekannten Hackeln, ständig schwebten die maroden Finanzen wie ein Damoklesschwert über dem Verein. 

Und mitten im Auge dieses violetten Tornados behielt ein Mann die Ruhe, obwohl er immer wieder angezählt und knapp vor dem Aus war. Trainer Stephan Helm gelang es mit seinem Team und der Mannschaft, das Rundherum auszublenden und sich auf das Sportliche zu konzentrieren. 

Für diese Eigenschaft wurde er nun vom Klub belohnt – mit einem neuen Zweijahresvertrag.

Die Austria beweist mit dieser Handlung Vernunft, weil sie endlich den Weg verlässt, beim erstbesten Gegenwind den Trainer zu wechseln, was in der Vergangenheit selten zu einer Verbesserung der Lage geführt hat. Mit Helm will die Austria besser und erfolgreicher werden. Ob er am Ende wirklich der richtige Mann für die nächsten Schritte nach oben ist, wird die Zukunft weisen. Aber es soll Menschen geben, die sich mit der Aufgabe steigern.

Helm wird sicher auch am Umstand gemessen, wie viele Eigengewächse er in die Kampfmannschaft integrieren und sie zu besseren Kickern machen kann, sofern diese das auch zulassen. 

Denn von den U17-Vizeweltmeistern wechselt Ifeanyi Ndukwe im Sommer zu Liverpool, hat Vasilije Markovic einen Profivertrag unterschrieben und gilt als Rohdiamant in Violett, während man mit Hasan Deshishku seit einem Dreivierteljahr vergeblich Vertragsverhandlungen führt – bzw. mit dessen Mutter. Bisher bissen sich Ortlechner, Zagiczek, Takacs, Urbanek und Wagner die Zähne aus, nun versucht Sportvorstand Zorn sein Glück.

Es braucht auch Vernunft aufseiten des Spielers und seines Umfeldes, die Möglichkeiten, die ein Verein bietet, zu erkennen.

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