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Fußball
07/28/2019

Austria-Coach Ilzer: "Wir haben das nicht gut gemacht"

Die Wiener blieben gegen Aufsteiger WSG Tirol vieles schuldig und übten nach dem 1:3 Selbstkritik.

von Christoph Geiler

Als die Austria-Fans nach einer Stunde "Wir wollen die Austria sehen" schrien, in einem Anflug aus Ärger und Enttäuschung, wirkte das für manche wie ein böses Déjà-vu. "Das hat mich schwer an die letzte Saison erinnert", gestand Abwehrchef Michael Madl. "Das darf es eigentlich nicht geben."

Es war weniger die Niederlage, die den Austrianern im Magen lag, als vielmehr die Art und Weise, wie der Favorit sein Auftaktmatch gegen WSG Tirol verloren hat. Der Aufsteiger war beim überraschenden 3:1-Erfolg klar die bessere Mannschaft und der Liga-Neuling hatte dabei die Wiener über weite Strecken voll im Griff. "Das war verdient, es gibt keine Ausreden, wir haben das nicht gut gemacht", gestand denn auch Christian Ilzer.

Der neue Austria-Coach gab offen zu, dass ihn der Auftritt seines Teams auf dem falschen Fuß erwischt hat. "In den Trainings und in den Testspielen hat es ganz anders ausgesehen", sagte Ilzer und dabei meinte er vor allem die Körpersprache, das Zweikampfverhalten und den Biss seiner Spieler. Der Coach kritisierte die "Passivität" und "Inaktivität" seiner Mannschaft. "Wir haben nie das Spiel gefunden, das wir uns vorgenommen und das wir auch trainiert haben. Das war über weite Strecken weit davon entfernt."

Es wäre allerdings falsch und unfair, die Gründe für den überraschenden Ausgang dieser Auftaktpartie nur den Austrianern in die Schuhe zu schieben. Die Wiener trafen auch auf ein Team, das perfekt auf den Gegner eingestellt war. "Wir haben uns zehn Tage lang nur auf die Austria vorbereitet", erklärte WSG Tirol-Coach Thomas Silberberger, der den Tiroler Journalisten schon vor einigen Tagen seine taktische Marschroute verraten hatte.

"Bei weiten Diagonalbällen ist die Austria anfällig", hatte der Wattener Langzeitcoach festgestellt. Und genau mit dieser Strategie brachten die Tiroler den Favoriten ins Stolpern. Obendrein wirkte Silberbergers Mannschaft auch deutlich stabiler und erfolgshungriger. "Sie waren robuster", stellte Austria-Coach Ilzer fest, "wir waren zu behäbig, das Spiel mit dem Ball war zu langsam. Wir haben es in den Basics nicht gut gemacht." Oder in den Worten von Abwehrchef Michael Madl: "Wir haben ihnen in die Karten gespielt."

Und so hatten die mitgereisten Austria-Anhänger im Tivolistadion nur wenig Grund zum Jubeln. Am lautesten waren noch die Anfeuerungsrufe für den neuen Sportvorstand."Es gibt nur einen Peter Stöger", skandierten die Fans. Auf einem Transparent war zu lesen: "Willkommen zu Hause, Peter"