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© ORF/Hans Leitner

Sport Fußball
05/26/2021

Marko Arnautovic: "Dann würde es handgreiflich werden"

Der Teamstürmer erzählte bei Dirk Stermann und Christoph Grissemann von China, Bremen und der Familie.

von Peter Karlik

So locker und entspannt hat man Marko Arnautovic selten gesehen in seiner Karriere. Drei Wochen vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft war der 32-jährige Teamstürmer Gast bei Willkommen Österreich und zeigte sich Christoph Grissemann und Dirk Stermann auch von seiner privaten Seite.

Die Trennung

"Es waren schon auch Tränen dabei", erzählte Arnautovic über die Trennung von der Familie. Wegen der Corona-Pandemie konnte die Familie nicht mit nach Shanghai. "Ich habe natürlich mit meiner Frau jeden Tag telefoniert. Aber mit meinen Töchtern nicht so. Vor allem die ältere  bekommt schon viel mit. Das ist nicht leicht."

Arnautovic erzielte zwei Treffer gegen Hebei

Der fürstliche Lohn in der chinesischen Liga sei kein Geschenk. "Es ist dort nicht einfach zu spielen. Das beginnt schon beim Platz. Du hast dort nicht so einen Teppich wie in der Premier League. Dann ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Es gibt ein paar Mannschaften, die spielerisch sehr gut sind. Aber einige stehen nur hinten und hauen rein."

Obwohl die Stadt mit 26 Millionen Einwohnern riesig ist, ist Arnautovic kein Unbekannter: "Du wirst natürlich auf der Straße erkannt. Erstens wirst du als Ausländer auf der Straße sofort erkannt und es gibt sehr viele, die sich für Fußball interessieren. Die Chinesen kennen sich in der Premier League sehr gut aus."

"Ich war immer der Beste"

Arnautovic zeigte sich auch durchaus selbstkritisch. Besonders in seinen jungen Jahren war er nicht immer leicht: "Als Junger willst du immer spielen. Wenn es dann nicht läuft, waren für mich immer andere schuld. Ich war immer der Beste. Es kann auch mit meinen Kindern zusammenhängen, dass ich ruhiger geworden bin. Aber ich scheiße mir noch immer nichts."

Als Stermann fragte, ob Arnautovic gerne sein eigener Trainer wäre, lachte der Wiener: "Dann würde es schon handgreiflich werden."

Als Stermann zwischendurch zum zweiten Mal nach einem möglichen Transfer nach Europa fragte, zeigte ihm Arnautovic den Vogel und sagte lachend: "Mich kannst nicht erwischen mit dieser Fangfrage."

Der "Champion"

Eine lustige Anekdote hatte Arnautovic auch noch parat: Als er von Champions-League-Sieger Inter Mailand zu Werder Bremen kam, wurde ihm von Sponsor Nike ein Schuh mit der Aufschrift "Champions League Sieger" zur Verfügung gestellt. "Die in der Kabine wollten dann ein bisserl lustig sein. Und die Deutschen haben ja nicht so einen Schmäh wie wir. Dann haben sie meinen Schuh herum gezeigt und gelacht. Dann habe ich gesagt 'Tja, das muss man auch einmal erst werden.' Und dann war es kurz mal ruhig in der Kabine. Aber das war ein Spaß. Ich fühle mich nicht als Champions League Sieger. Es war schön, dass ich dabei war, aber ich habe nicht gespielt."

An die Zeit in Bremen denkt er dennoch gerne. "Es tut mir sehr leid für Bremen, dass sie abgestiegen sind. Ich habe dort drei Jahre gespielt und meine Frau kennen gelernt." Wie das mit dem Wiener Schmäh funktioniere? "Das habe ich ihr schon trainiert."

Auf die bevorstehende EM freut sich Arnautovic, auch wenn er warnt: "Es ist nicht so, dass wir gegen Nordmazedonien gewinnen müssen, gegen Niederlande verlieren und dann gegen Ukraine den Aufstieg fixieren. Im Fußball kann auch die Nummer eins der Welt Spiele verlieren. Aber wir haben eine super Mannschaft."

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