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Fußball-Bundesliga
05/12/2020

25 Millionen Euro Minus, aber Hoffnung für die Bundesliga-Klubs

Sportminister Kogler stellt Geisterspiele ab Juni in Aussicht. Ab dem Wochenende soll das Mannschaftstraining erlaubt sein.

von Alexander Huber, Günther Pavlovics, Christoph Geiler

„Hammer und Tanz“ ist neben „Neue Normalität“ der Phrasensieger der Corona-Krise. Österreichs Fußball-Bundesliga traf der Hammer Mitte März mit dem Einstellen des Spielbetriebs. Nach der drastischen Maßnahme folgte ein Tänzchen, eine schrittweise Rückkehr zu normaleren Verhaltensweisen mittels Kleingruppentraining.

Seither ist das Minus in die Höhe geschossen: Die Vereine der beiden Bundesligen haben errechnet, dass ihnen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit alleine in den vier Monaten bis Ende Juni ein Schaden von insgesamt 25 Millionen Euro entstehen wird.

Am Montag war es wieder Werner Kogler, der zu einem Tänzchen eingeladen hat. Der Sportminister kündigte an, dass die Liga „Ende Mai, Anfang Juni“ die Saison mit Geisterspielen fortsetzen könnte. Das Mannschaftstraining wird ab 15. Mai erlaubt.

Dichtes Programm

Laut KURIER-Informationen ist für den Pfingstsamstag (30. Mai) das Cupfinale SalzburgAustria Lustenau geplant. Ab 2. und 3. Juni (Dienstag und Mittwoch) soll die Bundesliga mit englischen Runden starten. Salzburg-Manager Stephan Reiter bestätigte beim Kongress „Sport + Marke“ die Fortschritte in den Gesprächen mit der Regierung: „Die Signale sind ganz klar da. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen einen großen Schritt machen.“

Außer es kommt noch ein Hammer von Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Kogler betonte, dass er mit großem Einsatz vermittelt habe. Noch am Montag waren „Schlussgespräche“ angesetzt. Die entscheidende Frage: Das Gesundheitsministerium wollte bislang nicht akzeptieren, dass nach einem positiven Test nur der betroffene Spieler unter Quarantäne gestellt werden soll – so wie es in Köln gemacht wurde. Man müsse hingegen die betroffenen Teams komplett isolieren – wie es nach positiven Fällen beim Zweitligisten in Dresden bestimmt wurde.

Eine Lösung, die einheitlich für ganz Österreich gilt, sollte es bis Mittwoch geben.

Falsches Bild

Nicht nur Wattens-Sportchef Stefan Köck hat in den vergangenen Wochen die kritischen Stimmen aus anderen Branchen und Sportbereichen vernommen, die monieren, dass der Fußball gerade eine Sonderbehandlung genieße. „Ich sehe da überhaupt keine Privilegien für den Profifußball“, entgegnet Stefan Köck.

„Wir nehmen sogar viel mehr in Kauf, als es in anderen Bereichen der Fall ist. Wir investieren in Tests und in Sicherheitsmaßnahmen, wir überlegen uns, mit dem gesamten Team in ein Hotel zu übersiedeln. Das ist ja alles mit Kosten verbunden“, rechnet der Tiroler Manager vor.

Um dem entgegenzuwirken und künftig die Ausgaben zu reduzieren, denkt man bei einigen Vereinen bereits laut über eine Entschärfung der Lizenzvorschriften nach. Bislang musste ein Bundesligist 25 Profispieler in seinem Kader haben.

Für Stefan Köck stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher großen Kader. „Ich verstehe es, wenn Klubs, die im Europacup im Einsatz sind, 25 und mehr Profis benötigen. Aber kleinere Vereine wie Hartberg, Mattersburg oder auch wir würden locker auch mit 16 bis 18 Profis das Auslangen finden. Ich würde diese Idee gutheißen.“

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