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Sport Fußball
06/13/2021

1978 bis 2016: Österreichs letzte Auftakt-Spiele bei Großereignissen

Aller Anfang war für Österreich schwer. In den letzten Jahrzehnten gab es für das ÖFB-Team Licht, aber auch Schatten.

von Alexander Strecha

In der Vorkriegszeit stieg Österreich 1934 mit einem 3:2 über Frankreich im Achtelfinale in das WM-Turnier ein, 1954 in der Schweiz gab es in der Vorrunde gegen Schottland ein 1:0. 1958 setzte es ein 0:3 gegen Brasilien. In der nicht ganz so fernen Vergangenheit gab es bei den Auftaktspielen bei großen Turnieren Licht und Schatten. Ein Überblick.

  • 1978 (2:1 gegen Spanien)

Am Ende wurde Österreich entgegen aller Erwartungen Gruppensieger – vor Brasilien, Spanien und Schweden. Krankl, Prohaska und Kollegen starteten mit einem aufsehenerregenden 2:1 gegen Spanien in das Turnier, bei dem sie österreichische Fußball-Geschichte schrieben.

  • 1982 (1:0 gegen Chile)

Der Spieler Herbert Prohaska erinnert sich an eine WM, „wo wir vom Pech verfolgt waren und intern auch nicht die beste Stimmung hatten“. Zum Auftakt hielt man dem Druck stand und gewann gegen Chile 1:0. „Das ist normalerweise die halbe Miete. Dann schlugen wir auch noch Algerien – konnten aber immer noch ausscheiden, weil die Deutschen gegen Algerien verloren hatten.“ Es folgte das skandalöse 0:1 von Gijón.

  • 1990 (0:1 gegen Italien)

Österreich ging zwar nicht als Favorit in das Spiel gegen den WM-Veranstalter, „aber der Druck war schon groß, weil wir in den Tests davor die Niederländer geschlagen und gegen Argentinien ein Unentschieden erreicht hatten“, erinnert sich Andreas Ogris. „Für uns wäre gegen Italien ein Remis möglich gewesen.“ Besonders großen Druck verspürt er für die Österreicher bei der EM 2021 nicht. „Für alle Nationen ist das erste Spiel wichtig. In erster Linie trachten sie, diese Partie nicht zu verlieren. Da wir nicht zu den Top-Nationen zählen, müssen wir besonders konzentriert auftreten.“

  • 1998 (1:1 gegen Kamerun)

Nun erinnert sich der Teamchef Herbert Prohaska an das Remis zum Auftakt. „Viele hatten einen Sieg gefordert, dabei war Kamerun in dieser Phase zwei Mal Afrika-Meister. Die Unentschieden gegen Kamerun und Chile waren normale Ergebnisse. Natürlich hätten wir gewinnen können. Dafür hätten wir bessere Leistungen gebraucht und auch einen komplett fitten Andreas Herzog.“ Prohaska glaubt heuer an eine gute Ausgangslage: „Für die Einschätzung kann es nicht schaden, dass Nordmazedonien Deutschland geschlagen hat. Wenn sich Österreich im Vorfeld keine großen Chancen gab, hat man immer mehr erreicht. Ich glaube an einen guten Start.“

  • 2008 (0:1 gegen Kroatien)

„Es war weniger ein Druck, sondern vielmehr eine Vorfreude. Allein auf dem Weg zum Stadion beim ersten EM-Spiel war alles in Rot-Weiß-Rot, die Fans haben uns zugejubelt“, erinnert sich Andreas Ivanschitz, damals Teamkapitän. Er glaubt schon, dass die erste Partie für Österreich das Um und Auf sein kann. „Das hat man 2016 in Bordeaux gesehen. Aber auch 2008 war das 0:1 gegen Kroatien ein Dämpfer. Am Ende wäre von den Punkten her gegen Kroatien und dann gegen Polen mehr möglich gewesen.“

Die bescheidenen Testergebnisse zuletzt könnten ein Weckruf sein, glaubt Ivanschitz. „Sie wissen, dass sie mehr zeigen müssen, damit es reicht. Am Ende geht es bei einem Turnier ums Resultat.“

  • 2016 (0:2 gegen Ungarn)

Groß war die Hoffnung bei den österreichischen Fans in Bordeaux, ebenso groß die Enttäuschung nach dem 0:2 gegen Ungarn. „Es war ein mentaler Dämpfer“, gesteht Marc Janko. „Und dennoch war im dritten Spiel gegen Island sogar noch der Aufstieg möglich. Ich denke daher nicht, dass für das erste Spiel das Motto Alles oder Nichts gilt.“ Eine Niederlage gegen Nordmazedonien wäre somit kein Weltuntergang für ihn.

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