Chance oder Problem? Zoran Barisic liegen 16 auslaufende Verträge vor

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Sport Fußball
12/16/2021

16 auslaufende Verträge: Warum Rapid Millionen zu verteilen hat

Rapid wird um Millionentransfers umfallen. Es wird aber auch mehr als die Hälfte der Gehaltskosten frei. Barisic und Feldhofer sehen das als Chance.

von Alexander Huber

Tag für Tag treffen einander Zoran Barisic und Ferdinand Feldhofer in Hütteldorf, um am Kaderumbau zu feilen. 16 Verträge laufen bei Rapid mit Saisonende aus. Das ist einerseits ein Desaster, weil mögliche Millionentransfers billig im Winter oder umsonst im Sommer gehen werden. Andererseits ist es eine Chance, weil Rapid den erstmals mit einheitlicher Spielphilosophie angepeilten Kaderumbau durchziehen kann.

Natürlich geht es dabei auch ums Geld. Um viel Geld.

Von 18,3 Millionen Euro an Personalaufwand für den gesamten Verein in der Saison 2019/’20 gingen 14,5 Millionen an das Personal des Bereichs „Sport“. In der Saison 2020/’21 stiegen die Personalkosten auf insgesamt 21,2 Millionen – hauptsächlich, weil 2020 im Unterschied zum Jahr davor die Qualifikation für den Europacup samt Gruppenphase gelang. An den UEFA-Prämien werden die Kicker traditionell ordentlich beteiligt.

Dezente Einsparung

Eine genaue Zahl, wie viel 2020/’21 für den Sport ausgegeben wurde, hat Rapid heuer nicht veröffentlicht. Die Fixkosten für den Profikader sind jedenfalls leicht gesunken, auch in der aktuellen Saison gibt es wieder eine dezente Einsparung.

Ohne Prämien für Punkte, Platzierungen oder Europacup-Erfolge liegen die Ausgaben für den Profisport (monatliche Gehälter plus die in Österreich hohen Lohnnebenkosten) laut KURIER-Informationen bei rund zehn Millionen Euro pro Saison.

Seit Sommer wurden 30 Spieler bei den Profis eingesetzt. Davon laufen bei gleich 14 die Verträge mit Saisonende aus – so wie beim dauerverletzten Schobesberger und dem dritten Tormann Unger (siehe unten). Ein Dutzend Spieler, das regelmäßig zum Einsatz kommt, könnte ablösefrei verloren gehen.

Top-Verdiener betroffen

Sportdirektor Zoran Barisic sieht aber auch die größte Chance, seit er im Sommer 2019 sein Amt angetreten hat: Weil viele Top-Verdiener betroffen sind, steht mehr als die Hälfte der Fixkosten zur Neuvergabe an.

Im Interview mit abseits.at erwähnte Barisic, dass er „ein Gehaltscornetto“ vorgefunden hätte: Zu viele Spieler wurden (teilweise werden) wie Spitzenkräfte bezahlt. Der Übergang zur gewünschten „Gehaltspyramide“ mit einer breiten Basis an nicht zu teuren Kickern kann erst im Sommer 2022 abgeschlossen werden.

Fünf Millionen offen

Es geht laut KURIER-Recherchen um rund sechs Millionen an frei werdenden Gehaltskosten. Selbst wenn 2022 wegen Corona erneut eingespart werden müsste, sind rund fünf Millionen neu zu verteilen.

Barisic will zu konkreten Zahlen keine Stellung nehmen, betont aber: „Die frei werdenden Gelder geben uns Möglichkeiten, Veränderungen vorzunehmen, die positiv sind. Dafür müssen wir kreativ und intelligent vorgehen.“ So wie es heuer früh gelang, mit Grüll und Ljubicic Einigkeit über ablösefreie Transfers zu erzielen, spielt auch jetzt das Tempo eine Rolle: „Es heißt: eher schnell sein.“

Einige Rapidler werden kein Angebot zur Verlängerung bekommen, bei anderen rückt die Einigung näher. Eine wichtige Rolle spielt die Einschätzung von Feldhofer.

Barisic: „Ich verlängere nur mit einem Spieler, wenn auch der Trainer überzeugt ist. Das macht sonst keinen Sinn.“

Ein möglicher Zugang erinnert an den früheren Amateur-Bomber Ercan Kara.

Kandidat Kriwak

Es geht um René Kriwak vom Wiener Sport-Club. Der 22-jährige Stürmer ist 1,98 Meter groß, hat aber anders als Kara (für die Austria Amateure und Horn) noch nie professionell Fußball gespielt.

„Das ist ein interessanter, junger Spieler, den ich schon lange kenne und der auch unter Carsten Jancker trainiert hat. Er hat Potenzial, deswegen sind auch mehrere Vereine interessiert“, sagt Barisic.

„Wenn Kriwak kommt, darf man nicht erwarten, dass er sofort im Profiteam voll dabei ist. Das wäre ein Projekt, bei dem alles offen ist.“

Die 16 Rapidler mit Verträgen, die zum Saisonende auslaufen:


E. Kara (32 Einsätze), T. Fountas (30), T. Schick (30), K. Arase (29), M. Ullmann (28), S. Grahovac (28), F. Stojkovic (27), M. Hofmann (21), L. Greiml (20), T. Ballo (13), R. Strebinger (12), M. Moormann (9), M. Oswald (2), C. Dibon (1), P. Schobesberger (0), B. Unger (0).

Gereiht nach Einsätzen seit Saisonbeginn

 

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