Die Fans wollen wissen, was die Lehren der EM sind.

© APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

EURO 2016
06/25/2016

ÖFB-Vorrundenaus hinterlässt Fragen

Was ist rund um die EM wirklich passiert und wie wird die Zukunft unter Marcel Koller aussehen?

von Alexander Strecha, Günther Pavlovics

Das Aus in der Vorrunde hinterlässt bei den Fans nicht nur eine gewisse Leere, sondern auch einige Fragen.

Bleibt Koller österreichischer Teamchef?

Ja. Denn nach der überzeugenden Qualifikation wurde sein Vertrag schon vor der EM verlängert. Er soll Österreich nach 20 Jahren wieder zu einer WM führen.

Zeigt er Selbstkritik nach dem Aus?

Er tut sich schwer damit. Seine Gründe für das Aus: Fitness und Form, Nervosität und überzogene Erwartungshaltung. "Das sind Kleinigkeiten, die man bei einem Turnier nicht beheben kann." Viel Entschuldigung, wenig Selbstkritik.

Gab es Reibungspunkte zwischen Trainer und Spielern?

Der Schweizer Perfektionist dürfte einige Spieler genervt haben. Unter der Hand war zu hören, dass es normal sei, dass man nach einer gewissen Zeit einen Koller habe. In jeder Mannschaft gibt es Gruppenbildung, allein der Erfolg verhindert Probleme. Bei der EM fehlte der Erfolg.

Haben sich einige nicht bedingungslos dem gemeinsamen Ziel verschrieben?

Auch wenn es keinen offensichtlichen Ego-Trip gab, hatte man den Eindruck, dass es manchem doch um Werbung in eigener Sache ging. Da machte sich Arnautovic lustig, dass er gegen Portugal so oft links verteidigen musste. Alaba wollte vielleicht den Bayern zeigen, dass seine Position eigentlich im Mittelfeld ist. Vielleicht war Dragovic übermotiviert, weil er endlich zu einem großen Klub will. Und Harnik muss ja überhaupt erst einen Klub finden.

Warum war gerade David Alaba so von der Rolle?

Man darf nicht vergessen, dass der Topstar des Teams gestern erst 24 Jahre alt wurde. Im Vorfeld drehte sich alles um ihn, er war in der Werbung omnipräsent, ebenso seine Familie.

Hat das Aus am Spielsystem gelegen?

Da will sich keiner festlegen. Alaba sagte: "Schwer zu sagen." Tatsache ist aber, dass Österreich schon gegen Ungarn nicht so früh attackiert hat und so hoch gestanden ist, wie in der erfolgreichen Qualifikation. Und warum Koller just im entscheidenden Spiel gegen Island auf Dreierkette umgestellt hat, weiß nur er.

Wird es aufgrund der EM-Leistungen Änderungen punkto Personal geben?

Koller hielt den Ball flach. Er sagte: "Ich bin Trainer, ich bin abhängig von den Spielern und werde weiterhin mit ihnen zusammenarbeiten." Tatsache ist, dass fünf der acht Spiele seit der Qualifikation verloren wurden. Eine verheerende Bilanz.

Wie geht es mit dem Team nun weiter?

Es geht gleich weiter mit der Qualifikation für die WM 2018. Gegner sind Serbien, Moldawien, Georgien und die EM-Starter Wales und Irland. Das erste Spiel findet am 5. September in Georgien statt. Der erste Quali-Heimschlager findet am 6. Oktober statt mit dem Spiel gegen Wales in Wien. Die neun Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM. Die acht besten Gruppenzweiten spielen in der zweiten Runde die restlichen vier Plätze aus.
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