Sport | Formel-1
02.10.2017

Lewis Hamilton in Nöten: "Wir haben ein Problem"

Trotz Rang zwei in Sepang hat Mercedes vor den letzten fünf Rennen Sorgen.

Lewis Hamilton hat in den letzten zwei Rennen 30 Punkte mehr geholt als sein WM-Kontrahent Sebastian Vettel, 34 Punkte liegt er nun vor dem Ferrari-Fahrer. Doch bei Mercedes schrillen die Alarmglocken: Auf eine Fortsetzung der Ferrari-Pechsträhne will man sich nicht verlassen.

Alles andere als zuversichtlich blickt demnach Lewis Hamilton in Richtung Saison-Finish. Voller Sorge sprach der Engländer trotz seiner ausgebauten Führung über den störrischen Silberpfeil und schwor seine Crew aufs Durchhalten ein. "Ich weiß nicht, welches der kommenden Rennen gut für uns sein wird und welches nicht, wir tun aber alles dafür, um vorne zu bleiben", sagte der dreifache Weltmeister vor dem Formel-1-Endspurt. Die Leistung von Malaysia hat Mercedes aufgeschreckt, denn dort war man immer schnell. Doch Red Bull (Sieger Verstappen) und Ferrari waren deutlich schneller. Mercedes hat große Schwierigkeiten damit, die Reifen auf die richtige Temperatur zu bringen. "Wir haben ein grundlegendes Problem mit diesem Auto", sagte Hamilton am Sonntagabend.

Qualvoller Rückblick

Mercedes hat zuletzt stark vom Pech von Ferrari profitiert. Doch "das Pech der anderen baut mich nicht auf", sagte Motorsportchef Toto Wolff, der von einem "sehr schmerzhaften Sonntag" sprach.

Zufrieden konnte man natürlich auch in Italien nicht sein. "Ferrari: das schwärzeste Wochenende", schrieb La Stampa. "Drei verbrannte Motoren in 24 Stunden – und Ferrari entfernt sich immer weiter von der Spitze", war in La Repubblica zu lesen. "Die Schlinge der Sorgen beginnt sich stark um den Hals der Ferraristi zu legen und ihnen den Atem zu nehmen." Die spanische Marca schrieb martialisch: " Vettel stoppt den Blutverlust. Der Deutsche schiebt sich mit einer Aufholjagd vom 20. auf den vierten Platz vor und ist im Kampf um den Weltmeistertitel noch am Leben."

Obwohl Vettel in der WM viel an Boden verlor, klang seine Analyse weit weniger trübsinnig als jene des Rivalen. "Ich bin nicht zu sehr besorgt, wir müssen die Probleme in den Griff bekommen", sagte der viermalige Suzuka-Gewinner. Ob er optimistisch für das kommende Rennen sei? "Ja." Kann er Mercedes schlagen? "Ja."

Positiver Ausblick

Das Rennen in Japan (Sonntag, Start 7.00 Uhr MESZ) sollte von der Papierform her Mercedes liegen, zuletzt gab es dort drei Siege der Silberpfeile. Zu Vettels Nachteil könnte sich zudem der Crash in der Auslaufrunde mit Williams-Fahrer Lance Stroll entwickeln. Zwar sah die FIA keinen Schuldigen und sprach demnach keine Strafe aus, allerdings könnte das Getriebe am Ferrari beschädigt worden sein. Ein Tausch würde eine Strafversetzung um fünf Plätze bedeuten. Vettel: "Das wäre die nächste böse Überraschung."