Auch der Bogensport ist bald wieder erlaubt

© Kurier/KURIER/Emmerich Maedl

Sport
04/27/2020

Es lebe der Sport! Was Hobbyathleten ab 1. Mai wissen müssen

Einige Sportarten dürfen unter bestimmten Voraussetzungen bald wieder ausgeübt werden. Der Guide zu Tennis, Golf und Co.

von Philipp Albrechtsberger, Florian Plavec

Ab 1. Mai macht Österreich einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Normalität. Sportarten mit geringem Körperkontakt, die vor allem im Freien ausgeübt werden, dürfen wieder betrieben werden. Sportminister Werner Kogler nannte dezidiert: "Tennis, Golf, Pferdesport, Bogensport, Schießsport, Segelfliegen." Kaum ausgesprochen, war die Aufregung groß. Der Grund: Der Vizekanzler nannte "Sportarten für die Elite", während erschwinglicher Sport weiterhin verboten bleibt.

Natürlich ist für Anfänger der allererste Golfabschlag kostspieliger als ein Lauf durch den Park. Dennoch bemühen sich Verbände und Vereine aller Disziplinen, Neueinsteigern ihren Sport schmackhaft zu machen. Für einige Randsportarten ist es womöglich eine einmalige Gelegenheit. Der KURIER hat nachgefragt, mit welchen Kosten zu rechnen ist, und was Hobbysportler auf den Sportanlagen der Republik ab 1. Mai erwarten wird.

  • Bogenschießen

Die österreichischen Olympia-Kandidaten wie Andreas Gstöttner dürfen schon seit zwei Wochen trainieren, nun sind die Anlagen auch für Amateure offen. Und der Bogensport ist keinesfalls ein Sport, der der Elite vorbehalten bleibt. Im Gegenteil. "Eine Mitgliedschaft bei einem Verein kostet ab 100 Euro pro Jahr", sagt Gstöttner. Dann kann man beliebig oft schießen gehen. Wer mit dem Sport beginnen will, muss zuvor allerdings ein paar Trainerstunden nehmen. Diese kosten bis zu 40 Euro. Wer sich einen eigenen Bogen kaufen möchte, ist ab 100 Euro dabei, "wobei mein Bogen um die 4.000 Euro kostet". 

Video: Das Olympia-Finale der Herren in Rio 2016

Was zu beachten ist
Ein Reservierungssystem wird eingeführt, die Zwei-Meter-Abstandsregel strikt eingehalten, der Handshake vermieden.  

Ein guter Grund für den Bogensport
Bogenschießen ist eine Jahrtausende alte Kunst, die den Körper, aber vor allem den Geist schärft.

  • Tennis

Es ist nach Fußball der zweitliebste Sommersport der Österreicher, und viele der mehr als 170.000 Mitglieder können den 1. Mai gar nicht erwarten. Tennis ist dann nur im Freien erlaubt, die Klubs im Land bereiten gerade ihre Anlagen vor (www.oetv.at). Saisonmitgliedschaften gibt es je nach Größe und Ausstattung des Vereins ab etwa 200 Euro, ein Gast zahlt für eine Stunde rund zehn Euro, eine Einzeltrainerstunde kostet um die 25 Euro, ein Einsteigerschläger ab 70.

Video: Die besten Zauberschläge der Profis

Was zu beachten ist
Auf den Anlagen herrscht – bis auf die Spielenden – Maskenpflicht. Garderoben und Kantinen bleiben zu, daher soll man im Sportgewand kommen. Aktuell darf nur Einzel gespielt werden. Kinder- und Jugendtrainings (bis 18 Jahre) nur im Einzelbetrieb, darüber  sind Trainingsgruppen mit bis zu vier Personen erlaubt. 

Ein guter Grund für Tennis
Weltklassetennis im Fernsehen gibt es wohl frühestens erst ab Herbst wieder. Sammeln sie daher in der Zwischenzeit so viele Weltranglistenpunkte wie Dominic Thiem

  • Segelfliegen

"So wie es aussieht, werden nicht nur die Segelflieger, sondern alle unsere sechs Sportsektionen wieder in die Luft gehen können", sagt Wolfgang Malik, der Präsident des Österreichischen Aero-Club. Dazu gehören auch Motorfliegen, Hänge- und Paragleiten, Ballonfahren, Fallschirmspringen und der Modellflugsport. Derzeit betreiben rund 3.000 Segelflieger in 90 Vereinen ihren Sport. Teuer ist die Ausbildung (zwei Wochen bis zwei Jahre), die bis zu 3.000 Euro kostet. Flugzeuge sind in den meisten Vereinen vorhanden. Die Schleppgebühr beträgt ca. 60 Euro, einige Klubs verrechnen zudem eine geringe Gebühr pro geflogener Minute.

Video: Der Traum vom Fliegen

Was zu beachten ist
Checkflüge mit dem einen Meter dahinter sitzenden Lehrer sind mit FFP2-Maske erlaubt, Gästeflüge verboten.  

Ein guter Grund fürs Segelfliegen
Der Traum vom Fliegen wird wahr– und das noch lautlos. 

  • Golf

In Ländern wie Schweden, Großbritannien oder den USA ist Golf ein Volkssport, auch in Österreich zählt das Spiel mehr als 100.000 Mitglieder. Ein Einsteiger-Schlägerset kostet rund 400 Euro. Um eine Runde Golf spielen zu dürfen, ist die Platzreife nötig. Dafür braucht es ein paar Lehrerstunden (ca. 50 Euro pro Einheit). Für eine Jahresmitgliedschaft sind etwa 1.000 Euro zu zahlen, im Heimatklub darf dann nach Belieben abgeschlagen werden. Bei einer Fernmitgliedschaft (ca. 200 Euro) ist  an der jeweiligen Golfanlage ein Tagespass (Greenfee) zu bezahlen.

Was zu beachten ist
Vorab ist die Abschlagzeit online zu reservieren (golf.at). Eine Spielgruppe darf aus maximal vier Personen bestehen, wobei ein Zwei-Meter-Abstand einzuhalten ist. Garderoben sind offen, sollen aber  gemieden werden.

Ein guter Grund für Golf
Weil Golf derzeit eine der wenigen Sportarten für die ganze Familie ist. 

  • Rudern

Der Bewegungsablauf beim Rudern ist komplex, ein Einführungskurs (ca. 200 Euro) bei einem der mehr als 40 Rudervereine in Österreich  ist Anfängern zu empfehlen. Eine Jahresmitgliedschaft bei einem Klub kostet etwa 300 Euro. Dann  kann man beliebig oft in einem vom Verein zur Verfügung gestellten Boot aufs Wasser. Sonst benötigt der Anfänger nur Sportschuhe und eng anliegende Sportkleidung. Teuer wird es, will man sich ein eigenes Boot zulegen, das kostet ab 5.000 Euro aufwärts. Für einen schönen Achter sind mehr als 40.000 Euro hinzublättern.  

Video: Eindrücke vom legendärsten Ruderbewerb der Welt

Was zu beachten ist
Rudern ist derzeit nur im Einer erlaubt, außer die Person, mit der man rudert, lebt im selben Haushalt.

Ein guter Grund fürs Rudern
Rudern verbindet Kraft, Ausdauer und Dynamik und beansprucht fast alle Muskelgruppen. Dennoch ist die Verletzungsgefahr sehr gering.

  • Reitsport

In welcher Form Reiten für Amateure ab 1. Mai wieder erlaubt sein wird? Fixiert ist noch nichts. "Der OEPS hat die entsprechenden Empfehlungen bereits ausgearbeitet. Sobald die Landespräsidenten diese freigeben, werden wir diese auch veröffentlichen", sagt Generalsekretär Dietrich Sifkovits. Die Preise für Reitstunden variieren je nach Region stark  und beginnen bei 20 Euro. Dazu kommen Kappe, Hose (je 50 €) und  Stiefel (Gummi ab 25 €, Leder ca. 150 €). Sehr teuer wird es mit eigenem Pferd (2.000 bis 10.000 €), das auch untergestellt und gepflegt werden muss.

Video: Hugo Simon holt auf Apricot D 1992 in Barcelona Olympia-Silber mit der Mannschaft

Was zu beachten ist
Jedem Reiter sollen 200 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Vorerst vermutlich keine Trainerstunden für Anfänger.  

Ein guter Grund für den Reitsport
Reiten ist eine der wenigen Sportarten, bei denen Frauen und Männer in einem Bewerb gegeneinander antreten.  

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.