Eishockey-WM: Was Österreich im Finale gegen Großbritannien braucht

Eishockey-WM: Was Österreich im Finale gegen Großbritannien braucht
Für den Klassenerhalt bei der A-WM ist am Montag im letzten Spiel gegen die Briten ein Punkt notwendig.

Trotz der großteils guten Leistungen des Nationalteams bei der WM in Finnland steht am Montag ein Endspiel gegen Großbritannien um den Klassenerhalt (19.20 Uhr, ORF Sport+) an. Verliert Österreich nach 60 Minuten, dann waren der Sensationssieg gegen Tschechien und die Punktegewinne gegen USA und Lettland nichts wert. Die Briten schafften 2019 als Aufsteiger sensationell den Klassenerhalt und setzten sich auch 2021 im Duell mit Belarus durch.

Was man vor dem Gruppenfinale wissen muss:

Die Ausgangslage Es ist einfach: Weil Großbritannien am Sonntag gegen Lettland beim 3:4 ohne Punkt blieb, hat Österreich in der Gruppe B drei Zähler Vorsprung auf den letzten Platz. Die Briten könnten Österreich nur noch mit einem Sieg nach 60 Minuten verdrängen. Holt Österreich einen Punkt, dann ist die Teilnahme an der A-WM 2023 fixiert. Teamchef Roger Bader will keine Favoritenrolle sehen: „Das ist ein 50:50-Spiel.“

Die Schlüsselspieler Peter Schneiders sechs Scorerpunkte in sechs Partien können sich sehen lassen. Gegen die Briten wird aber auch das Defensivverhalten wichtig sein. Sollte Österreich erneut drei, vier Tore bekommen, dann wird es schwierig. Ebenso bedeutend wird die Torhüterleistung werden. Starkbaums Gegentorschnitt von 2,22 und die 3,29 von Kickert sind nicht schlecht für eine A-WM. Aber Österreich muss auch mal ein Spiel mit maximal einem Gegentor gewinnen können.

Der Briten-Kenner Nico Feldner stürmte am Ende der Saison für Sheffield in der britischen Elite League. Der 23-jährige Tiroler erklärt: „Der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Mannschaft ist größer als in der heimischen ICEHL. Die besten drei Mannschaften wären sicher bei uns im Mittelfeld dabei.“ Feldner warnt davor, die Briten zu unterschätzen: „Sie haben sehr gute Goalscorer im Kader. Wir müssen so spielen wie gegen die anderen Mannschaften. Das Spiel einfach halten, dann holen wir uns das.“

IIHF World Ice Hockey Championship 2022

Nico Feldner

Die Taktik Österreich hat sich in der WM-Vorbereitung eine neue, defensivere Spielweise angeeignet, die Spieler sind lernwillig und flexibel. Ein Beispiel: Nach dem ersten Drittel gegen Finnland stellten die Taktiker im Trainerteam von einem 1-2-2-System auf ein 1-3-1 um, wodurch die Weltklasse-Eisläufer der Finnen nicht mehr so einfach mit Puckkontrolle ins Angriffsdrittel kommen konnten.

Ob die Österreicher gegen die wesentlich langsameren Briten so wie gegen die Top-Nationen das Mitteldrittel versperren oder offensiv attackieren, wird wohl von der Spielsituation und vom Spielstand abhängen. Gegen Norwegen holte Großbritannien in den letzten Minuten ein 0:3 auf und den einzigen Punkt in diesem Turnier.

 

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