Hoffnung in Premstätten: Dennis Novak

© EPA/RONI REKOMAA

Sport
03/06/2020

Der Daviscup ist zu Gast in Graz (und das Coronavirus spielt mit)

Beim Duell Österreichs gegen Uruguay steht nicht nur viel Ehr’ und Geld auf dem Spiel. Wer und was eine Rolle spielt.

von Harald Ottawa

Wenn am Freitag um 14.45 Uhr in der Grazer Steiermark-Halle die Bundeshymne erklingt, sind wieder Österreichs Tennis-Asse tonangebend. Sie werden am Freitag und Samstag wieder ihre Schlägerköpfe für das Land hinhalten, Gegner ist Uruguay. Was man vor diesem Duell wissen sollte, was Mut macht und was weniger lustig ist:

  • Der Schauplatz

Zwei Mal gastierte Österreichs Team bereits in Premstätten, beide Male war der heutige Kapitän Stefan Koubek schon dabei. 1994, bei den legendären Muster-Festspielen gegen Deutschland, saß der heute 43-Jährige als Fan auf einem Holzbankerl, 2006 spielte er gegen Kroatien selbst. Beide Male verlor Österreich mit 2:3. „Es wird Zeit für den ersten Sieg. Wir sind Favoriten. Aber der Daviscup schreibt oft andere Geschichten.“ 5.000 Fans werden in der Steiermark-Halle die Hartplatz-Spiele bestaunen.

  • Das Virus

Natürlich ist das  Corona-Virus  auch in Premstätten in aller Munde. Auch, wenn Zuschauer, die husten, nicht umgehend in Quarantäne gesperrt werden. Für eine Risikominimierung sorgen die Veranstalter, die Agentur  e/motion und der Österreichische Tennisverband (ÖTV). „Es ist sicher ein Unterschied zu einer Messe, wo die Leute ständig durch die Räume gehen. So stehen Desinfektionsmittel bereit“, sagt Organisator Herwig Straka  von e/motion. „Es wird auch der direkte Kontakt der Fans mit den Spielern verhindert, weil wir freilich auch die Profis schützen müssen, damit sie nach dem Daviscup nicht in Graz bleiben müssen“, sagt ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda. Sollte es in der Nacht noch in der Grazer Gegend zu Ausbrüchen kommen, ist kurzfristig ein Spiel unter Ausschluss kaum umsetzbar.

  • Die Hoffnungen

Dennis Novak hat es immer recht gern, im Daviscup zu spielen. „Es ist einfach großartig, eine ganze Woche mit einer Mannschaft zu trainieren und zu spielen.“ Sechs seiner neun Matches hat der 26-Jährige im Nationalteam gewonnen und sich zuletzt auch im Ranking in die Top 100 gespielt (Platz 85). Auf seinem höchsten Karriere-Ranking steht derzeit auch Jurij Rodionov (Platz 168). Der 20-Jährige, 2019 schon gegen Chile dabei, rutschte nach zwei Turniersiegen kurzfristig ins Team und bestreitet heute das zweite Single. „Ich habe es mir verdient und ernte nun die Früchte harter Arbeit.“

  • Der Rekordmann

Es soll sogar Großväter geben, die Österreichs Daviscup-Team nur im Zusammenhang mit dem Namen Jürgen Melzer kennen. Der Niederösterreicher feierte im September 1999 beim 3:2-Erfolg über Schweden sein Debüt, ist in Premstätten zum 38. Mal im Team und startet nun sein viertes (!) Jahrzehnt in der Nationalmannschaft. Seine Bilanz ist leicht negativ (36 Siege/41 Niederlagen – inklusive Doppel), jedoch war der mittlerweile 38-Jährige jahrelang Garant für den Platz in der Weltgruppe. „Es ist beeindruckend, wie leidenschaftlich Melzer immer für den Daviscup aufgetreten ist“, sagt Hans Kary, seit kurzem 71 und zumindest in drei verschiedenen Jahrzehnten im Team dabei gewesen. (1969 bis 1983). Melzer ist aber nicht der älteste auf dem Platz, sein Doppelpartner Oliver Marach ist fast ein Jahr älter, wird im Juli 40.

  • Die Heimspieler

Marach, der die meiste Zeit aber mit der Familie in Panama lebt, ist nicht der einzige Steirer, der am Wochenende im Team steht, auch Sebastian Ofner könnte sich einen „Heimschläfer“ leisten.

  • Der Gegner

Pablo Cuevas ist der einzige Topmann im Einzel, derzeit ist der 34-Jährige Nummer 60 der Welt, war aber vor drei Jahren schon in den Top 20. Bruder Martin ist nur die Nummer 487 und treibt sich vorwiegend bei Turnieren herum, bei denen die Kosten höher als das Preisgeld sind. Obacht: Mit Ariel Behar verfügen die Uruguayer über einen Top-100-Mann im Doppel.

  • Die Ausgangsposition

Der Sieger dieses Duells darf beim Daviscup-Finalturnier von 23. bis 29. November in Madrid teilnehmen. Für Österreichs Tennis bringt dies nicht nur viel Ehr’, sondern auch Geld, der ÖTV darf mit rund einer Million rechnen. Auch die Chance auf ein Top-Ergebnis lebt, immerhin hat Dominic Thiem sein Mitwirken angekündigt. In Madrid gibt es pro Duell zwei Singlepartien und ein Doppel.

  • Das Finalturnier

Diesen finalen Showdown gibt es seit dem Vorjahr, damals gewann Spanien mit Rafael Nadal. Immer wieder gab es aber Kritik aufgrund des Zeitpunktes. Ende November lassen sich die Stars zumeist im Urlaub die Sonne auf den Six-Pack scheinen oder befinden sich bereits mitten in der Vorbereitungsphase für die Saison 2021. Viele Stars wünschen sich eine September-Zeitpunkt, da findet aber derzeit (und zumindest solange Roger Federer noch spielt) der Laver-Cup statt. Auch der neue Modus wurde immer wieder scharf kritisiert. „Die richtige Daviscup-Atmosphäre mit Heim- und Auswärtsspielen, vor allem aber mit fünf Spielen über drei Gewinnsätze und drei Tage ging verloren“, sagt Alex Antonitsch, 1994 gegen die Deutschen im Doppel dabei. In Premstätten gibt es ebenso nur eine Mini-Fassung (zwei Tage, zwei Gewinnsätze).

  • Das Spiel

Qualifikation zum Weltgruppen-Finale: Österreich – Uruguay (Steiermarkhalle in Graz-Premstätten auf Hartplatz)

  • Das Programm

Freitag, 15.00: Novak – Martin Cuevas (ServusTV), anschl. Rodionov – Pablo Cuevas.
Samstag, 13.00: Marach/Melzer – Behar/P. Cuevas (ServusTV), anschl. (wenn notwendig) zwei Einzel (alles zwei Gewinnsätze)

  • Das Duell

Die bisher einzige Partie gewann Österreich 1994 in Montevideo mit 3:2.

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