Verhaltener Jubel bei Rapid.

© APA/HERBERT P. OCZERET

Fußball
10/30/2016

Die Rapid-Krise treibt komische Blüten

Die Hütteldorfer sind nach Runde 13 besser platziert als in der Meistersaison 2007/2008.

von Stephan Blumenschein

In den Rapid-Fanforen ging es rund: "Ein Drama. Solche Ideenlosigkeit ist Rapid einfach nicht würdig!". "Ich bin sprachlos. Wieder eine Saison in der Bedeutungslosigkeit." "Erschreckend war für mich die Fehlpassquote in diesem Spiel." Solche oder ähnliche Meinungen waren zuhauf zu lesen, nachdem Rapid in der 13. Runde der Saison 2007/’08 zu Hause gegen Altach mit 0:2 verloren hatte. Es war die dritte Niederlage in fünf Runden. Rapid rutschte auf Platz sechs ab. Trotzdem reichte es für die Hütteldorfer am Saisonende zum 32. und bisher letzten Meistertitel.

Alles, was vor neun Jahren geschrieben wurde, ist auch jetzt so oder so ähnlich von der grün-weißen Anhängerschaft zu lesen. Die sehen die Mission 33 schon gefährdet, obwohl erst etwas mehr als ein Saisondrittel gespielt ist. Daran änderte auch der – zugegeben glückliche – 2:1-Sieg am Samstag bei Admira nichts. Rapid bleibt Fünfter, ist aber noch immer besser platziert als zu diesem Saisonzeitpunkt 2007. Der Rückstand auf Platz eins ist freilich größer.

Salzburger Meisterpflicht

Damals wie heute hat sich aber eines nicht geändert. Meisterpflicht hat in der Bundesliga nur Salzburg. Und sonst niemand. Mit einer Ausnahme (Austria 2012/'13) konnte ein anderer Verein nur dann Meister werden, wenn Red Bull über lange Phasen einer Saison geschwächelt hat. In der Saison 2007/'08 machte Salzburg der Konkurrenz diesen Gefallen, Rapid konnte dies nützen - auch dank eines sensationellen letzten Saisondrittels.

Ja, es stimmt schon, Rapid hat vor dieser Saison mehr investiert als je zuvor. Aber Red Bull hat noch mehr Geld in den sowieso schon immer besseren Kader gesteckt. Und ist auch erst gerade dabei, in die Spur zu finden. Das ist möglich, weil Ruhe bewahrt worden ist. Diese würde auch Rapid jetzt brauchen. 2007 spielten die Hütteldorfer in einer ähnlich schwierigen Saisonphase öffentlich auf Zeit. Das ist – und das ist nicht überraschend – auch jetzt so. Also setzt man auf Phrasen, die immer besonders gerne nach so glücklichen Siegen wie jenen in der Südstadt benutzt werden.

Hütteldorfer Stehsätze

"Es war nicht die beste Partie von uns, aber diese Spiele muss man gewinnen. Nur das zählt", sagte Keeper Richard Strebinger, gegen Admira der beste Rapidler. "Es war ein dreckiger Sieg, na und? Danach fragt in ein paar Tagen keiner mehr", meinte Ersatzkapitän Max Hofmann. "Mund abputzen und weiter. Den dreckigen Sieg nehmen wir gerne mit", kommentierte Sportchef Andreas Müller.

Der erste Saisonsieg außerhalb der Wiener Stadtgrenzen war gleichzeitig der erste in der Bundesliga nach sechs sieglosen Wochen. Und es war ein notwendiger, denn mit Salzburg und Altach haben am Samstag auch jene Klubs gewonnen, die neben Tabellenführer Sturm (erst am Sonntag bei der Austria zu Gast) derzeit auf den Europacup-Startplätzen stehen.

Rapids Erfolgszwang

Die Wiener haben mit dem "Arbeitssieg" (O-Ton Trainer Mike Büskens) also den Rückstand nicht verkürzen können, aber wenigstens die fünf Punkte Abstand gehalten, die derzeit auf Platz drei und den ersten fixen Europacup-Startplatz fehlen. Und die angespannte Situation in Hütteldorf lässt sich nur mit Siegen entspannen. Am Donnerstag wird es mit dem derzeit fitten Personal schwer werden, wartet doch auswärts in der Europa-League mit US Sassuolo ein starker Gegner.

2007 spielten die Rapidler nach dem 0:2 gegen Altach auch im Europacup. Mit einer 0:1-Heimniederlage gegen Anderlecht in der ersten UEFA-Cup-Runde wurde nach einem 1:1 im Hinspiel in Brüssel die Chance auf den Einzug in die Gruppenphase verpasst. Diese haben die Wiener in dieser Saison immerhin schon erreicht.

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