Sport | Bundesliga
18.03.2018

Die Austria kommt in Salzburg unter die Räder

Unter Thomas Letsch blieb die Austria bis zum Salzburg-Spiel ohne Gegentor - gegen Red Bull gab es dann deren gleich fünf.

Salzburg bleibt in der Bundesliga trotz Dauerspielstress das Maß aller Dinge. Das 5:0 gegen eine enttäuschende Austria war das 34. Spiel ohne Niederlage und dazu das 35. Heimspiel ohne Niederlage in Serie. Vor dem letzten Saisonviertel beträgt der Vorsprung des Tabellenführers auf Winterkönig Sturm weiterhin acht Punkte.


Bundesliga, 27. Runde
Rapid Wien Wolfsberger AC 5:1 (3:0)
Sturm Graz SCR Altach 1:0 (1:0)
SKN St. Pölten Flyeralarm Admira 1:2 (0:2)
LASK Linz SV Mattersburg 3:1 (0:1)
Red Bull Salzburg Austria Wien 5:0 (1:0)

Salzburg-Trainer Rose hatte drei Tage nach dem Triumph gegen Dortmund natürlich rotiert. Aber nicht so extrem wie vor acht Tagen in Mattersburg, statt acht Veränderungen in der Startelf gab es dieses Mal fünf. Neu war die Grundordnung: Statt dem üblichen 4-4-2 mit Raute wurde mit einem 4-3-2-1 begonnen.

Austria-Trainer Letsch hatte sich bei seiner Rückkehr nach Salzburg am Gegner orientiert. Aus dem erfolgreichen 4-4-2 gegen St. Pölten (4:0), wurde ein 3-4-3-System. „Wir wollen so die Mitte schließen“, meinte der Ex-Liefering-Trainer vor dem Spiel.

Mit Köpfchen

Seine Torsperre in der Bundesliga hielt trotzdem nur weitere 17 Minuten: Nach einem Yabo-Freistoß konnte Ramalho einköpfeln. Dass dies der beste Salzburger Kopfballspieler völlig ungehindert tun konnte, spricht nicht für die Austria-Defensive.

In seinem fünften Bundesligaspiel geriet auch erstmals eine von Letsch betreute Mannschaft in Rückstand. Mit einer Reaktion taten sich die Austrianer schwer. Es blieb ein seltsam belangloses Bundesliga-Spiel mit einer lethargischen Gästeelf und einer ungewohnt fehlerhaften Heim.

Es dauerte bis zur 32. Minute, bis es einen erwähnenswerten Aufreger gab: Gulbrandsen war der Austria-Abwehr enteilt und auf dem Weg Richtung Tor, bis er von Ruan niedergerissen wurde. Nur für Schiedsrichter Heiss war das keine klare Torchance. Er zeigte dem Brasilianer nur die Gelbe Karte.

Es war nicht die einzige Fehlentscheidung des überforderten Tirolers, der kurzfristig für den verhinderten Markus Hameter eingesprungen war. Auf der anderen Seite hatte er zuvor ein klares Foul von Pongracic an Monschein knapp vor der Strafraumgrenze übersehen.

Umstellung

Letsch reagierte zur Pause und brachte für Defensivspieler Ruan Offensivspieler Prokop. Die Salzburger, die zum üblichen 4-4-2 zurückgekehrt waren, hätten die Verwirrung bei den Wienern prompt ausnutzen müssen. Doch Gulbrandsen scheiterte im Eins-gegen-Eins an Keeper Pentz (47.).

Danach war die Austria im Spiel – zumindest besser als vor der Pause. Red-Bull-Leihgabe Stangl schoss auch einmal halbwegs gefährlich Richtung Salzburger Tor (48.). Aber in der Defensive waren die Wiener mit der Rückkehr zur Viererkette überfordert.

Zunächst nützte dies Minamino zu zwei Toren (59. und 67.). Dann lenkte der Ex-Salzburger Klein einen Ulmer-Querpass ins eigene Tor (72.). Und schlussendlich stellte der eingewechselte Onguéné per Kopf den 5:0-Endstand her (90.).

Die Austria liegt damit wieder neun Punkte hinter dem fünften Rang, der dann für einen Platz in der Europa-League-Qualifikation reicht, wenn ein Klub aus den ersten Vier Cupsieger wird.

Red Bull Salzburg 5:0 Austria Wien

Wals/Siezenheim, Red Bull Arena, SR Heiss

Tor: 1:0 Ramalho (17.), 2:0 Minamino (59.), 3:0 Minamino (67.), 4:0 Klein (72./Eigentor), 5:0 Onguene (90.)

Salzburg: Walke - Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer - Haidara, Samassekou (84. Onguene), Yabo - Wolf (68. Dabbur), Minamino - Gulbrandsen (68. Hwang)

Austria: Pentz - Blauensteiner, Madl, Ruan (46. Prokop) - Klein, Serbest, Holzhauser, Stangl - Venuto (74. Alhassan), Monschein (85. Friesenbichler), Pires

Gelbe Karte: Yabo (54.) bzw. Ruan (31.), Holzhauser (41.)

Anmerkung: Munas Dabbur war nach einem Zusammenstoß mit Stefan Stangl kurz vor dem Schlusspfiff vier Minuten lang bewusstlos und wurde danach mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach der Computertomographie gab es Entwarnung, Salzburgs Torjäger sagte aber die Reise zum israelischen Nationalteam ab.

Letsch: "Das Spiel kann man zweigeteilt sehen"

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wenn man die Statistik sieht, kann man von einem ausgeglichenen Spiel sprechen. Meine Mannschaft hat den richtigen Einstieg ins Spiel gefunden, Zweikämpfe angenommen und gewonnen. Wichtig war, dass wir knapp nach der Pause mit dem 2:0 nachgelegt haben. Meine Jungs haben dann die zweite, dritte Luft bekommen, hatten richtig Spaß am Spiel, und dann wird es gegen uns schwierig."

Thomas Letsch (Austria-Trainer): "Das Spiel kann man zweigeteilt sehen. Bis zum 0:2 haben wir wenig zugelassen, hatten auch die eine oder andere Situation. Das Spiel war im Prinzip bis zum 0:2 ausgeglichen. Wir haben die Tore zu einfach zugelassen, sind zu spät dran gewesen, waren zu weit vom Gegner weg. Salzburg ist dann in einen Spielfluss gekommen, dann ist es schwer, hier zu bestehen. Das Ergebnis ist absolut enttäuschend, es gilt, das jetzt zu analysieren und dann mit vollem Fokus ins letzte Viertel der Meisterschaft zu gehen."