Sport | Bundesliga
17.03.2018

Rapid schießt sich den Frust von der Seele

Ein Glanzauftritt von Giorgi Kvilitaia trug wesentlich zum 5:1-Heimerfolg von Rapid über den WAC bei.

Ein schnelles Tor. Das war nach vier Stangenschüssen in vier Spielen beim Stand von 0:0 der größte Wunsch von Goran Djuricin. Er sollte sich beim 5:1-Sieg gegen den WAC erfüllen. Auch das dritte Heimspiel gegen die Wolfsberger (zuletzt 4:0 und 4:2) wurde in einer brenzligen Lage für den Rapid-Trainer gewonnen, während Heimo Pfeifenberger als Chefcoach beim WAC seine Abschiedsvorstellung gab - unmittelbar nach dem Abpfiff gab Pfeifenberger selbst die Trennung bekannt.


Bundesliga, 27. Runde
Rapid Wien Wolfsberger AC 5:1 (3:0)
Sturm Graz SCR Altach 1:0 (1:0)
SKN St. Pölten Flyeralarm Admira 1:2 (0:2)
LASK Linz SV Mattersburg 3:1 (0:1)
Red Bull Salzburg Austria Wien So., 14.30 Uhr

Der Djuricin-Wunsch sollte sich noch nicht bei der ersten Großchance erfüllen. Da hatte der bei seinem Comeback in der Startelf als Kapitän eingelaufene Louis Schaub für Thomas Murg aufgelegt – drüber (3.).

Beim nächsten Angriff zupfte der überforderte Michael Sollbauer an Giorgi Kvilitaias Leibchen, der Georgier nahm es dankend an. Es hat schon klarere Rapid-Elfmeter gegeben, die nicht gepfiffen wurden. Kvilitaia schoss in die Mitte, es sollte trotzdem zum 1:0 reichen (8.). Das war – unglaublich, aber wahr – der erste Rapid-Treffer in der Startviertelstunde.

Stimmungsmacher

Die Gäste hatten durch Dever Orgill gegen nicht sehr stabile Rapidler eine Chance auf das 1:1 (19.). Vor dem 2:0 zeigte sich die Offensivqualität von Verteidiger Lucas Galvão mit einem Lochpass auf Veton Berisha. Igor hatte das Abseits aufgehoben, Berisha traf zum 2:0 ins Eck (25.).

Wie schnell es im Fußball gehen kann, zeigte sich beim diesmal starken Thanos Petsos: Bei der Durchsage der Aufstellung noch ausgepfiffen, gab es in Minute 29 Szenenapplaus für den Sechser.

Kaum ausgeklatscht, wurde ein anderer Buhmann der letzten Wochen bejubelt: Veton Berisha. Der diesmal Philipp Schobesberger vorgezogene Flügel erzielte nach Frieser-Fehler sein bislang schönstes Tor im Rapid-Dress, direkt und genau ins Kreuzeck – 3:0 (29.).

Gefeierte Joker

Erst danach hatte Murg per Freistoß seinen obligaten Stangentreffer (39.). Pfeifenberger brachte Flügel Sasa Jovanovic, um die Fünferkette aufzulösen. Der WAC wurde besser. Bernd Gschweidl hatte die große Chance auf etwas Spannung, doch der nach einem halben Jahr in die Rapid-Startelf zurückgekehrte Manuel Thurnwald rettete. Im Gegenzug spielte Schaub nach einer weiteren Kärntner Konfusion für Giorgi Kvilitaia auf – 4:0 (49.).

Die Chance auf sein drittes Tor vergab Kvilitaia per Heber (60.). Dafür verlängerte der Rapidler einen Flecker-Kopfball versehentlich ins eigene Tor – 4:1 (79). Den Fans war es egal, sie feierten Joker Steffen Hofmann.

Als es die Hütteldorfer im Finish gar zu locker nahmen und Richard Strebinger mehrmals rettend eingreifen musste, kam auch noch Stefan Schwab. Prompt spielte der Kapitän beim Comeback Kvilitaia frei. Nach zwei feinen Haken gab es den Schlusspunkt zum 5:1 (89.).

Rapid Wien 5:1 Wolfsberger AC

Wien, Allianz-Stadion, SR Gishamer

Tor: 1:0 Kvilitaia (8./Elfmeter), 2:0 Berisha (25.), 3:0 Berisha (29.), 4:0 Kvilitaia (49.), 4:1 Kvilitaia (79./Eigentor), 5:1 Kvilitaia (89.)

Rapid: Strebinger - Thurnwald, Hofmann, Galvao, Bolingoli - Ljubicic (77. S. Hofmann), Petsos (85. Schwab) - Schaub, Murg (73. Szanto), Berisha - Kvilitaia

WAC: Kofler - Sollbauer (36. Jovanovic), Drescher, Igor - Frieser, Ashimeru, Offenbacher, Palla (86. Topcagic) - Flecker, Orgill (78. Ouedraogo), Gschweidl

Gelbe Karte: M. Hofmann (39.), Bolingoli (42.) bzw. Sollbauer (8.), Palla (44.), Offenbacher (52.), Ashimeru (54.), Jovanovic (81.)