Moritz Pristauz und Martin Ermacora

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Sport
08/01/2019

Beachvolleyball: Ermacora/Pristauz wollen aus dem Schatten

Am Donnerstag beginnt beim Major auf der Donauinsel der Herren-Bewerb. Österreichs Nummer eins ist heuer umkämpft.

von Peter Karlik

„Souverän“ beschreibt am besten, wie Beachvolleyball-Profis vor dem so wichtigen Heimturnier auf der Wiener Donauinsel Termine absolvieren. PR ist in dieser Sportart, in der keine Millionen zu verdienen sind, so wichtig wie Talent und Training.

Zwar stehen sie noch im Schatten von Clemens Doppler und Alexander Horst, aber dennoch bewegen sich auch Martin Ermacora und Moritz Pristauz gekonnt auf der großen Beachvolleyball-Bühne. Dass Doppler (38) und Horst (36) im Spätherbst ihrer Karriere angelangt sind, ist kein Geheimnis mehr. Dass das Spektakel auf der Donauinsel weiterhin Local Heroes braucht, auch nicht. Die Kandidaten: Der Innsbrucker Ermacora ist 25 Jahre alt, hat mit 2,03 Meter internationale Größe und kommt mit seiner Schlaghand auf 3,50 Meter. Verteidigungsspieler Moritz Pristauz ist 22 Jahre, aus Graz und mit 1,92 Metern der Verteidigungsspieler im Team. Auf Social Media (zum Beispiel Instagram: @bvtep)spielen sie genauso gekonnt mit der Kamera wie mit ihren Bauchmuskeln.

Lange Pause

Jetzt muss es nur noch auf dem Platz klappen. Im Vorjahr waren Ermacora/Pristauz auf Platz neun in Wien, dabei besiegten sie die Deutschen Thole/Wickler, die es zuletzt in Hamburg ins WM-Finale geschafft haben. Doch dann folgte eine lange Pause.

„Wir haben neun Monate nicht gespielt, weil ich operiert werden musste“, sagt Ermacora. Der Einriss der Bizepssehne sei eine typische Volleyballer-Verletzung, jetzt ist sie gut verheilt. „Aber wir sind zu unkonstant. Wir haben vereinzelt unsere Klasse aufblitzen lassen“, sagt Pristauz. Insgesamt aber wurden zu viele Spiele knapp verloren statt gewonnen.

Dass es in naher Zukunft um die österreichische Nummer eins geht, ist den beiden klar. „Im Training sind wir Alex und Clemens nähergekommen. Sie schießen uns nicht mehr ab“, sagt Ermacora, der sich für das Major eines wünscht: „Wir haben noch nie bei einem Turnier gegeneinander gespielt.“

Heute starten Ermacora/Pristauz um 10.30 Uhr gleich gegen die Favoriten und Weltranglistenführenden Mol/Sørum aus Norwegen.

Mittlerweile haben sie auch ihre Nerven in einem vollen Stadion im Griff. Pristauz erinnert sich: „Vor zwei Jahren bei der WM in Wien waren wir darauf mental nicht vorbereitet. Im Vorjahr ging es besser.“

Neben Doppler/Horst (um 12.30 Uhr gegen die Schweizer Heidrich/Gerson)  und Ermacora/Pristauz ist auch Robin Seidl und Philipp Waller (11.30 Uhr gegen die Ex-Weltmeister Brouwer/Meeuwsen aus der Niederlande) ein Top-Ten-Ergebnis zuzutrauen.

Österreichische Teams im Hauptbewerb könnten übrigens schon bald Geschichte sein: Nach der EM in Russland sind beim nächsten World-Tour-Turnier in Moskau Doppler/Horst als Nummer eins in der Qualifikation gesetzt – erstmals seit sechs Jahren.