Sport
24.11.2018

Austria-Präsident Hensel: „Es kommen Schicksalsspiele“

Der neue Präsident Frank Hensel spricht über kurzfristige und langfristige Ziele der Veilchen.

Frank Hensel hat sich nach knapp zwei Wochen als Präsident der Wiener Austria schon gut eingelebt in sein neues Amt. „Ich bin ja hier schon länger zu Hause, die Austria ist mir kein unbekannter Ort.“ Der Deutsche, ehemaliger Vorstandsvorsitzende der Rewe International AG, übernahm in einer nicht ganz leichten Phase das violette Zepter. „Den Zeitpunkt kann man sich nicht immer aussuchen.“

Natürlich ist auch er sich der prekären Lage bewusst: „Wir können nicht zufrieden sein, wir müssen die Probleme lösen. Die Schicksalsspiele kommen jetzt, in den nächsten drei Partien müssen wir punkten.“ Die Unternehmung beginnt heute in der Südstadt beim Gastspiel bei der Admira (17 Uhr/live Sky Sport Austria).

Geduld und Erfolg

Der Plan sieht, vor bis zum Derby gegen Rapid am 16. Dezember einen Punktepolster auf Rang sechs geschaffen zu haben. Hensel: „Der neue Liga-Modus überrascht alle ein wenig, es geht wahnsinnig schnell.“ Doch nicht die Meistergruppe allein ist der Anspruch der Austrianer: „Wir wollen so weit vor wie möglich.“ Der Kader, sagt Hensel, genüge für das Erreichen des Ziels, „aber im Sommer gab es eben einen sportlichen Neuanfang. Daher sehe ich die Situation nicht als Katastrophe an. Es liegt nicht am Kader, sondern an anderen Dingen.“

Der Wirtschaftsfachmann Frank Hensel ist kein Freund einer Hire-and-Fire-Mentalität, auch im Fußball will er auf Kontinuität setzen. „Das ist wichtig, aber natürlich braucht man auch den sportlichen Erfolg. Dieser Herausforderung stellt sich unser Trainer Thomas Letsch.“ Den im Sommer eingeschlagenen Weg wird man somit weiterverfolgen, „allerdings muss er am Ende auch zum Erfolg führen“, lautet die präsidiale Forderung. „Fußball ist halt sehr situationsabhängig.“

Talente und Titel

In der Hensel-Ära, wie lange sie auch dauern möge, soll die Nachwuchs-Akademie der Austria erweitert werden. „Das Ziel ist, noch mehr junge Spieler in die Kampfmannschaft zu bringen.“ Wie zuletzt beispielsweise den 18-jährigen Aleksandar Jukic. Der Offensivspieler der Young Violets hat seinen ersten Profivertrag unterschrieben und soll behutsam in den Kader der ersten Mannschaft eingebaut werden.

Außerdem möchte man mehr Familien und Frauen in die neue Generali Arena locken. Am Ende geht es aber vor allem um den sportlichen Erfolg, damit der Kunde – der Fan – zufrieden ist. „Der Titel ist kurzfristig nicht das Ziel, das wäre nicht realistisch. Aber mittel- und langfristig muss die Austria den Anspruch haben, darum mitzukämpfen.“ Der Weg soll aufwärts führen. Dazu braucht es heute in der Südstadt einen vollen Erfolg.