Romy 04.03.2013

Simon Schwarz

© Bild: ORF/Milenko Badzic

In Film und Fernsehen ist Simon Schwarz eine markante Erscheinung. Nun ist er für die ROMY in der Kategorie Schauspieler nominiert.

Der rotblonde Mann mit den blauen Augen ist derzeit präsent wie nie zuvor und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Im Gegenteil: Wenn er in der Neuinszenierung des Salzburger "Jedermann" durch Julian Crouch und Brian Mertes neben Cornelius Obonya in der Titelpartie, Brigitte Hobmeier als Buhlschaft sowie Peter Lohmeyer als Tod den Teufel spielen wird, dann kennt das Feuillton kein Einkriegen mehr.

Aber die ROMY ist ja kein Theater-, sondern der Österreichische Film- und Fernsehpreis. Aber auch dafür hat sich der gebürtige Wiener, der seit knapp zwei Jahrzehnten in Berlin lebt, höchst qualifiziert.

Ein paar Beispiele aus den vergangenen 12 Monaten ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Im Publikumserfolg "Die Holzbaronin" war er als Kriminalkommissar Fröbe im ORF zu sehen. Im Kino-Film „Local Heroes“ des Haneke-Schüler Henning Backhaus gab er einen verständnisvollen Contestverantstalter, in "Friday Night Horror“ hingegen den Manager der ATV-Lichtgestalten Molti, Spotzl, Eigi und Pichler. Für die Fernseh-Komödie "Vatertag" übernahm er als Installateur und Wirtshausbekanntschaft den Job des Kinderbetreuers.Höchst romantisch ging es in der ORF/ZDF-Koproduktion „Weihnachtsengel küsst man nicht“ zu. Was man von der TV-Krimikomödie "Trau niemals deiner Frau" eher weniger sagen kann. Und dann wären da noch die Rolle des Katzlbrunner in "Braunschlag" und die bayerische Kino-Heimatkomödie „Wer's glaubt wird selig“, die sich ebenfalls erstaunlichen Wundern widmete. So viel Schwarz war noch nie.

Der Sohn eines Theaterwissenschaftlers und einer Germanistin wurde 1971 in Wien geboren. Neben einer Tanzausbildung im Tanzforum Wien und am Tanztheater in Zürich sowie einer klassischen Ballettausbildung nahm er Schauspielunterricht in Zürich und Berlin.

Es folgten Theaterengagements am Stadttheater Klagenfurt, am Stadttheater Luzern und am jolie théâtre in Basel ("Der nackte Wahnsinn" von Michael Frayn). 1996 feierte er in der Fernsehserie "Spiel des Lebens" sein Fernsehdebüt. Es folgten einige nationale Film- und Fernsehproduktionen, ehe Schwarz 1998 mit Stefan Ruzowitzkys Film "Die Siebtelbauern" bekannt wurde. Für diesen Film erhielt Schwarz den Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsdarsteller wie auch beim Festivale de Geneve. 1999 kam es dann nochmals zur Zusammenarbeit mit Ruzowitzky für den grandiosen Thriller "Anatomie".

Zu seinen weiteren Filmen zählen u.a. "Wanted" (1999), "Richtung Zukunft durch die Nacht" (Max-Ophüls-Spezialpreis), "Vollgas" (Max-Ophüls-Forderpreis 2002) und "Nordwand" (2008) sowie Wolfgang Murnbergers Verfilmungen der Wolf Haas-Krimis "Komm, süßer Tod" (2000), "Silentium" (2004) und "Der Knochenmann" (2009).

Fürs Fernsehen spielte er binnen kurzer Zeit in einer Fülle von Produktionen mit: In den "Trautmann"-Krimis war er als Wolfgang Böcks Assistent Burschi Dolezal zu sehen, er spielte in "Tatort"- Folgen und "Schnell ermittelt", in der "Gottesanbeterin", "Kottan ermittelt - Rien ne va plus" oder jüngst in David Schalkos TV-Serie "Braunschlag".

Und wem die Zeit bis zu den Salzburger Festspielen zu lange ist, der könnte jetzt ins Kino gehen und sich „Zweisitzrakete“ anschauen, eine Komödie, in der eine Rakete aus dem Wiener Technischen Museum gestohlen werden soll, und er wird dort auf Simon Schwarz treffen.Wer es sich lieber zuhause gemütlich macht, der sollte am 28. März um 18.05 im ZDF die neue Folge von "Soko Stuttgart" anschauen. Die Satire "Mein Kampf"am gleichen Tag um 22.10 Uhr im ZDFkultur-Kanal ist zwar aus 2009, das Aufbleiben aber allemal wert!

( Kurier ) Erstellt am 04.03.2013