Reise
27.11.2018

Warum Flugbegleiter beim Boarding eine Hand hinter dem Rücken verstecken

Was steckt dahinter, wenn Stewardessen bei der Begrüßung ihre Hände hinter dem Rücken verschränken?

Vielleicht ist auch Ihnen schon aufgefallen, dass Flugbegleiterinnen Passagiere beim Einsteigen oft mit einer Hand hinter dem Rücken begrüßen.

Mit Sicherheitsbestimmungen oder Hygienevorschriften hat das jedenfalls nichts zu tun. Was genau dahinter steckt, erklärt das Magazin Stern. Hinter dem Rücken halten die Stewardessen ein Zählgerät, mit dem sie unauffällig prüfen, wie viele Passagiere ins Flugzeug eingestiegen sind.

Dabei benutzen sei sogenannte Klick-Zähler. Bevor das Flugzeug überhaupt abheben kann, prüfen die Flugbegleiter mehrmals, ob tatsächlich auch alle Reisenden an Bord sind. Erst dann kann der Flieger abheben.

Abheben im Dunkeln

Ein weiteres Mysterium bei Flugreisen: Gedimmte oder gänzlich abgedrehte Lichter und hochgeschobene Fensterblenden sind, neben geschlossenen Sitzgurten, hochgeklappten Tischen und senkrechten Sitzen, beim Abheben und Landen eines Flugzeugs stets Pflicht. Doch warum wird man als Passagier eigentlich dazu aufgefordert dies zu tun?

Woman using smart phone in airplane.

Zunächst zur Lichtfrage. Das Dimmen der Kabinenbeleuchtung dient der Sicherheit von Passagieren und Crew. Start und Landung sind stets kritische Phasen, die Sicherheitsvorkehrungen sind daher verstärkt. Kommt es tatsächlich zu einem Notfall oder Unglück, müssen sich die Passagiere bei einem Ausfall der Bordelektronik nicht an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen und können schneller agieren. "In einem solchen Fall zählt sprichwörtlich jede Sekunde", erklärt Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt gegenüber Travelbook.

Auch die Wegweiser zu den Notausgängen seien so schneller erkennbar. Mit Energiesparen hat die Maßnahme also nichts zu tun.

Die Rolle der Rollos 

Hinter den hochgeschobenen Rollos steckt ein anderer Sicherheitsgedanke. Die Crew kann durch die geöffneten Fenster die Lage außerhalb des Flugzeuges besser beurteilen und beispielsweise erkennen, ob ein Triebwerk Feuer gefangen hat oder auf welcher Seite die Passagiere evakuiert werden müssen. Auch das kann im Ernstfall wichtig sein.

"Im Falle eines unerwarteten Zwischenfalls oder gar eines Unfalls müssen einerseits die Flugbegleiter ungehindert nach draußen schauen können, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen", so Grossbongardt. Zum anderen können auch Rettungskräfte dank der geöffneten Fensterläden die Situation im Flugzeug blitzschnell erfassen.