Persepolis: Zeugnis einer vergangenen Welt

Iran, Persepolis, Shiraz, Isfahan…
Foto: /Sandra Baierl Persepolis

In Persepolis taucht man in die antike Welt von Darius I. ein. Der "König der Könige" ließ hier vor 2500 Jahren eine imposante Palastanlage bauen. Erstaunlich viel ist erhalten.

Von Schiras nach Persepolis sind es nur 60 Kilometer. Wir verlassen die Stadt frühmorgens, um nicht in die Mittagshitze zu kommen. Trotzdem zeigt das Thermometer fast 40 Grad an, als wir in Persepolis aus dem Bus aussteigen. Was vor uns liegt, trotzt allen Wetterextremen, trotzte zweieinhalbtausend Jahre der Witterung, dem Verfall, der Erosion. Vor uns erstreckt sich Persepolis, ein mächtiger Palastkomplex, den Darius I. errichten ließ.

Das gigantische Reich des Darius – Großkönig, König der Könige, König der Völker, König der Welt – erstreckte sich von Indien bis Libyen, über Griechenland und die Türkei, es umfasste die arabische Halbinsel und ging hinauf bis zum Kaspischen Meer. Unter seiner Herrschaft erlangte das Perserreich eine bis dahin und danach nie wieder erreichte Größe. Der Bau von Persepolis war eine Machtdemonstration der Sonderklasse. 518 vor Christus ließ Darius Architekten, Handwerker und Materialien aus allen Teilen des Reiches kommen, um eine 15 Hektar große Trasse mit riesiger Eingangstreppe, prächtigem Haupteingang, Säulen und Palästen zu errichten.

Stadt der Perser

Iran, Persepolis, Shiraz, Isfahan… Foto: /Sandra Baierl In Persepolis kann man antike Geschichte atmen. Es ist erstaunlich viel erhalten geblieben, dank des Wüstensands, der sich konservierend über die Gebäude und Säulen legte. Die systematischen Ausgrabungen von Persepolis begannen in den 1930er-Jahren, seither werden immer wieder neue Elemente freigelegt. Steht man vor Ort, ist der Komplex in seiner vollen Dimension auszumachen.

Der Rundgang beginnt mit dem "Tor aller Länder", das von sieben Meter hohen Stierfiguren auf der westlichen und von Mischwesen mit Menschenköpfen auf der östlichen Seite flankiert ist. Es geht weiter zur "Straße der Armee", dem wohl interessantesten Teil des Palastes. Ein viele Meter langes, imposantes Wandrelief zeigt Einblicke in die Herrschaft des Darius. Die verschiedenen Länder-Delegationen sind hier abgebildet. Im Detail kann man sehen, wie damals die Völkervertreter nach Persepolis kamen, um ihre Schätze als Geschenk an den großen Achämeniden-Herrscher zu überbringen.

Ruins of the Apadana, Persepolis, Iran Foto: Getty Images/iStockphoto/guenterguni/iStockphoto Der Zauber wehrte nicht lange. Schon nach 200 Jahren endete die Geschichte von Persepolis: 330 vor Christus brannten die Truppen von Alexander dem Großen die Palastanlage nieder.

Wiederbelebung

Übrig blieben Ruinen, Säulen und erstaunliche Details. Ein beeindruckendes Stück Geschichte, für das man sich bei einem Besuch zumindest einen halben Tag Zeit nehmen sollte. Der letzte Schah des Iran, Mohammad Reza Pahlavi, ließ 1971 große Teile von Persepolis zur 2500-Jahr-Feier der Iranischen Monarchie restaurieren und mit touristischer Infrastruktur ausstatten. Mit der acht Jahre später einsetzenden islamischen Revolution sanken die Besucherzahlen aber wieder. Trotzdem: Das UNESCO-Welterbe nordöstlich von Schiras ist eine Sehenswürdigkeit der Extraklasse. Das kulturhistorische Highlight jeder Persienreise.

Iran, Persepolis, Shiraz, Isfahan… Foto: /Sandra Baierl Fährt man sechs Kilometer nördlich nach Naqsch-e Rostam, kommt man zum nächsten imposanten Bauwerk: den Felsengräbern der Achämenidenkönige. Hier sind in einer Steilwand die Gräber von Darius I., Xerxes, Artaxerxes und Darius II. zu bestaunen.

Info

Grafik… Foto: /Grafik Anreise Mit dem Flugzeug von Wien nach Isfahan bzw. Schiras, Flugdauer: ca. sechs Stunden mit Zwischenstopp. Austrian fliegt aktuell vier Mal pro Woche mit einem Zwischenstopp in Isfahan nach Schiras. Nach Teheran fliegt Austrian sogar 14-mal pro Woche – Kosten ab rund 660 Euro.

Visum und Besonderheiten Wer in den Iran einreisen will, muss ein gültiges Visum vorlegen können. Für eine Reise im Land sind laut WHO aktuell keine Impfungen zwingend vorgeschrieben. Frauen müssen die islamischen Kleidervorschriften einhalten (Kopftuch, lange Bluse oder Mantel). Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. Der Iran gilt als sicheres Reiseland, wenn man sich an die Vorschriften hält.

Beste Reisezeit In den Monaten Juni, Juli, August ist es im Iran extrem heiß: 40 Grad und mehr. Beste Reisezeit ist also April, Mai und September bis November. Auch den Ramadan (2018: 16. Mai bis 14. Juni) sollte man als Tourist meiden – dann sind die Vorschriften besonders streng (tagsüber kein Essen und Trinken), das gesellschaftliche Leben auch am Abend ruhiger.

Pauschale GEO Reisen und Raiffeisen Reisen bieten acht- bis zwölftägige Gruppentouren an: Schiras (3 Tage) – Persepolis – Naqsh-e Rostam – Isfahan – Varzaneh – Isfahan (4 Tage), inkl. Non-Stop-Flügen, ÜN/HP in guten Mittelklassehotels ab 1299 €/P im DZ. Nächster Termin: 3. bis 9. Dez. , weitere Rundreisen im Frühjahr ’18.– Buchung: GEO Reisen ☎ 0662/ 890 111, www.georeisen.com/iran oder Raiffeisen Reisen ☎ 01/31 375-0, www.raiffeisen-reisen.at

(kurier) Erstellt am
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