© Shutterstock

Reise
07/31/2019

Die imposantesten Panoramastraßen Europas

Wenn die Strecke das Ziel ist: Wir haben sieben der außergewöhnlichsten Straßen Europas zusammengefasst.

von Stefan Hofer

Manchmal kann es die Faszination über die architektonische Meisterleistung sein. Manchmal das Staunen ob des spektakulären Ausblicks. Wir präsentieren sieben Straßen bzw. Brücken, die zu den atemberaubendsten ihrer Art in Europa gehören.

Über die Brücke der Superlative: Viadukt von Millau

Wer im südfranzösischen Zentralmassiv von Béziers nach Clermont-Ferrand fährt, überquert die mit 2.460 Metern längste Schrägseilbrücke der Welt. Mit einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 Metern ist das Viadukt von Millau außerdem das höchste Bauwerk Frankreichs ‒ höher als der Eiffelturm ‒ und zählt dank seiner modernen Architektur gleichzeitig zu den beeindruckendsten.

Bei Inbetriebnahme war das Viadukt sogar die höchste Autobahnbrücke der Welt. Auf schwindelerregender Höhe von 270 Metern führt die Brücke über das Tal des Flusses Tarn.

Jadranska Magistrala: Panoramastrecke durch fünf Länder

Die rund 1.000 Kilometer lange Straße führt entlang der Adria und zählt zu den malerischsten Küstenstrecken der Welt. Sie beginnt in Triest in Italien und setzt sich über Slowenien und Kroatien fort bis nach Rijeka und weiter zur montenegrinischen Grenze. Wer die schlängelnden Kurven auf der Route fährt, wird mit landschaftlichen Highlights und einer atemberaubenden Aussicht belohnt.

Blick aufs Wunder im Wattenmeer: Mont Saint Michel

Der Klosterberg von Mont Saint Michel wird auch als Wunder bezeichnet: Er liegt im Wattenmeer an der Grenze zwischen Normandie und Bretagne und ist von Paris aus in etwa dreieinhalb Stunden zu erreichen. Auf der Straße D275 zwischen Paris und Dinard haben Reisende einen bezaubernden Blick über Felder auf den mystischen Berg mit Kloster.

Wer den Berg und die Bucht, die seit 1979 zum "UNESCO Kulturerbe der Menschheit" zählt und der regelmäßig wieder zur Insel wird, aus der Nähe erleben möchte, der kann dies zu Fuß tun: Seit 2012 gibt es eine Fußgängerbrücke, die es ermöglicht, die Insel gezeitenunabhängig zu besuchen.

Über den Damm: Von Saint Malo nach Dinard

Eine besondere Route gibt es in der Nordbretagne von der Hafenstadt Saint-Malo zum eleganten Badeort Dinard. Die beiden Städte sind mit einem etwa ein Kilometer langen Damm verbunden, der über die Rance-Mündung führt. Besonders ist, dass es sich hierbei um ein Gezeitenkraftwerk in Dammbauweise handelt.

Hier wird aus Ebbe und Flut elektrische Energie erzeugt: Der Wasserpegel schwankt an dieser Stelle zwei Mal täglich um bis zu acht Meter. Fährt ein Ausflugsboot durch die Schleuse, wird die Brücke geöffnet und der Straßenverkehr auf dem Damm ruht für einen Augenblick ‒ dann können Reisende den Ausblick auf den Fluss genießen.

Von Prag nach Poprad: Die Karpaten-Gebirgstour

Bei einer Fahrt von Prag nach Poprad wird die Slowakei von West nach Ost durchquert. Hierbei kreuzt man die Beskiden ‒ eine Reihe von Bergketten in den nördlichen Karpaten. Weiter geht die Fahrt entlang des bewaldeten Gebirges, der Großen Fatra ‒ einer der schönsten Nationalparks der Slowakei ‒ mit ausgedehnten Bergwiesenzonen, langen Tälern und einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.

Zum Ende der Karpaten-Gebirgstour erreichen Reisende das bis zu 2.600 Meter hohe Tatra-Gebirge, einen Gebirgskomplex des geologischen Fatra-Tatra-Gebietes. Mit seinen unzähligen Naturschönheiten gehört das Tatra-Gebirge zu einem beliebten Ziel für Wanderer.

Norwegens Bauwerk des Jahrhunderts: Die Atlantikstraße

Etwas mehr als acht Kilometer lang ist die Atlantikstraße und erstreckt sich über acht Brücken sowie über Inseln, Holmen und Schären. Sie ist ein Teil der norwegischen Reichsstraße 64 zwischen den Orten Molde und Kristiansund.

Ein beliebter Aussichtspunkt für Fotos ist die Storseisundet Brücke ‒ sie ist stark geschwungen und sieht aus einer bestimmten Perspektive aus, als würde sie ins Nichts führen.

190 Meter über dem Grund: Europabrücke auf der Brennerautobahn

Autofahrer bemerken oft kaum, dass sie über Österreichs höchste Brücke fahren ‒ sie blicken konzentriert auf die Straße. Busreisende können hingegen entspannt einen Blick von der Europabrücke wagen: Als Kernstück der österreichischen Brennerautobahn A 13 zwischen Innsbruck und Italien überspannt die Brücke das Wipptal zwischen Patsch und Schönberg im Stubaital.

Insgesamt 815 Meter lang ist das Bauwerk, der längste Pfeiler ist über 146 Meter lang und es geht fast 200 Meter in die Tiefe. Die Europabrücke ist ein beliebtes Fotomotiv. Der beste Standort für ein Foto ist bei der Europakapelle am oberen Parkplatz rechts der Autobahn von Innsbruck kommend.