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Reise
12/04/2019

Die fabelhafte Lichterwelt der Lumières in Lyon

Die fabelhafte Lichterwelt der Lumières

von Stefan Hofer

Eine ganze Stadt illuminiert? Das kann in der glühweingeschwängerten Adventzeit schnell falsch verstanden werden. Im Fall von Lyon ist das rundweg positiv zu sehen. Die drittgrößte Stadt Frankreichs ist längst aus dem touristischen Schatten von Paris getreten – auch dank eines vor dreißig Jahren initiierten „Licht-Masterplans“. Andere Städte montieren Weihnachtsbeleuchtung, Lyon glänzt hingebungsvoll mit der „Fête des Lumières“.

Das Fest mit Lichtskulpturen, -installationen und Videoshows teils internationaler Künstler wird jährlich um Maria Empfängnis veranstaltet und lässt Dom- und Hausfassaden, Parks, Stadtbrunnen und Uferpromenaden in fantastischen Farben und Bildern erstrahlen.

Unwetter als Ursprung des Lichterfests

Der Ursprung des Fests liegt im Jahr 1852. Mit einem Feuerwerk sollte der neue Glockenturm am Stadtberg (wo heute die Basilika Notre Dame steht) eingeweiht werden, ein Unwetter verhinderte dies. Die Bürger von Lyon nahmen sich der Sache selbst an und stellten brennende Kerzen ins Fenster. Eine Idee war geboren. Mittlerweile zieht das viertägige Spektakel (heuer 5.–8. Dezember) bis zu vier Millionen Schaulustige an, die Themen wechseln jährlich. Tipp: Festes Schuhwerk, warme Kleidung und eine Tischreservierung in einer Bouchon, dem typischen Lyoner Beisl.

Berühmte Söhne

Der Name ist eine Verneigung vor den Brüdern Lumière, die mit dem Cinématographen als Erfinder des Kinos gelten. Das Schaffen der Fotoindustriellen wird im Museum (Audioguides auf Deutsch) in deren Stadtvilla im Viertel Monplaisir anschaulich präsentiert. Sie sind nicht die einzigen berühmten Söhne Lyons. Jahrhundertkoch Paul Bocuse, Wegbereiter der Nouvelle Cuisine, stammt aus der Region. In den nach ihm benannten Markthallen lässt sich fürstlich schlemmen. Es ist keine Mär, dass dort die Einheimischen am Wochenende ihren Tag genussvoll mit Austern und einer Flasche Weißwein beginnen.

Schon die Römer erkannten die geografisch gute und fruchtbare Lage von Lugdunum am Zusammenfluss von Saône und Rhône. Heute schätzt man die Nähe zu den Alpen – in gut einer Autostunde ist man zum Skifahren in Grenoble – und den schiffbaren Zugang zum Mittelmeer. Licht, Lage, Lust – Gründe, warum das „savoir vivre“ selten so leidenschaftlich gelebt wird wie in der „Hauptstadt der Gastronomie“.

  • Entdecken: Nach einem Spaziergang in der Altstadt (Vieux Lyon) mit der Standseilbahn (Funiculaire) auf den Hügel zur Basilika Notre Dame. Herrlicher Blick auf Lyon. Anschließend Bootsfahrt auf der Saône.
  • Genießen: Austern, Käse, Tartes: Für die nach Paul Bocuse benannten Markthallen viel Zeit einplanen.
  • Anschauen: Musée Lumière, Musée Cinéma et Miniature, Musée des Confluences  
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