© Rainer Schoditsch/Rainer Schoditsch/Solavolta

Politik Inland
07/24/2021

Zehn Jahre steigende Strompreise

Die Einigung auf neue Regeln für erneuerbarere Energieträger kommt die Stromkunden teuer. Energieexperte Andreas Eigenbauer ist überzeugt, dass es noch lange Erdgas geben wird.

Es wird sobald nichts werden mit der Energiewende in Österreich. Auch wenn es im Parlament eine Mehrheit für ein neues Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energieträger gibt. Energieexperte Andreas Eigenbauer glaubt nicht, dass die Zielvorgaben, wie etwa der Verzicht auf Erdgas, erreicht werden können. „Es gibt keine Pläne für die Umsetzung.“ Eigenbauer weiß, wovon er spricht. Er war bis Ende März einer der beiden Vorstände der staatlichen Energieaufsichtsbehörde E-Control.

Fossiles Gas

Der Energieexperte sieht keine Möglichkeit, kurz bis mittelfristig auf Erdgas zu verzichten. Dass bei der Energiewende nur auf Strom gesetzt wird, sei ein Fehler.

Aus erneuerbaren Energieträgern erzeugtes Green Gas kann nur einen Bruchteil der benötigten Mengen bereitstellen. Studien sprechen von rund 20 Prozent. Der Rest soll durch Wasserstoff ersetzt werden. „Wasserstoff wird wohl erst in 15 Jahren als globaler Energieträger einsetzbar sein“, ist Eigenbauer überzeugt. Es wird also entgegen den Beteuerungen von Politikern noch viele Jahre in Österreich mit fossilem Gas geheizt werden.

Es gibt auch keine konkreten Berechnungen über die Höhe der künftigen Strompreise. Wenn die Energiewende nur über Ökostrom erfolgen soll, müssen die Stromnetze massiv ausgebaut werden. Voraussetzung für den Einbau von Ladestationen etwa in Gemeinschaftagragen sind Netze mit einer deutlich höheren Leistungsfähigkeit. Es müsste ein Großteil der Verteilungsnetze ausgetauscht werden. Die Kosten zahlen die Stromkunden. Bereits heute machen die Netzkosten ein Drittel der Stromrechnung der Haushalte aus. Eigenbauer rechnet mit „kontinuierlich steigenden Energiekosten in den nächsten zehn Jahren.“

Die Abhängigkeit von Stromimporten im Winter werde bleiben. Erneuerbare Energieträger liefern vor allem im Frühjahr und Sommer Strom aber nur wenig im Winter. Bisweilen importiert Österreich bis zu 60 Prozent seines Tagesbedarfs aus dem Ausland. Der Strom kommt aus grenznahen Kraftwerken, wie etwa dem dem Atomkraftwerk Temelin.

Das wird verschleiert, in dem als Zielvorgabe von einer Selbstversorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie gesprochen wird. Eigenbauer hält es für unseriös die Überproduktion im Frühjahr mit den Energieimporten im Winter gegenzurechnen und dann zu sagen, übers Jahr geht es sich aus.

Visionen

Die durch die Gesetzesnovelle nun möglich gewordenen Energiegemeinschaften zur Erzeugung von Ökostrom sind für Eigenbauer vor allem eine „Vision“. Die Anlagen müssen betreut und gewartet werden. Es müssen Verträge abgeschlossen werden. Mitglieder der Erzeugergemeinschaft ziehen weg oder zu. „Das wird ohne die Unterstützung von professionellen Energieversorgern nicht funktionieren.“

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