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Politik Inland
01/18/2021

Verschärfter Lockdown: "Müssen auf 700 Neuinfektionen kommen"

Um die Virus-Mutation zu bändigen, kommen neue Verhaltensregeln. Der Lockdown wird verlängert.

von Ida Metzger

Größer hätte die Verwirrung in den vergangenen zwei Wochen nicht sein können. Noch vor zehn Tagen wollte die Regierung der Opposition das Bummerl umhängen, dass der Lockdown wegen des verhinderten Freitestens nicht am 18. Jänner beendet werden konnte. Noch am Mittwoch versprach Bildungsminister Heinz Faßmann, dass der Schulunterricht am 25. Jänner im Schichtbetrieb starten wird.

Am Sonntag war dann alles anders. Die Regierung schickt das Land bis zum 8. Februar in eine Art XXL-Lockdown. "Wir sind keine Hellseher. In einer Pandemie gibt es keine Garantie", rechtfertigte Bundeskanzler Sebastian Kurz, warum der Plan der Regierung nicht hält, ab 25. Jänner Lockerungen zuzulassen.

"Britenvirus" ändert alles

Wegen des "Britenvirus", das "deutlich ansteckender" sei (nämlich um 40 bis 70 Prozent), mussten "alle Pläne über Bord geworfen" werden, sagte Kanzler Kurz am Sonntag im Bundeskanzleramt. Durch eine Lockdown-Verlängerung bis 7. Februar hoffe die Regierung, die tägliche Infektionszahl auf 700 zu drücken. Wie vage diese Hoffnung angesichts des hochinfektiösen britischen Virus ist, verriet des Kanzlers nächster Satz: "Wir wissen derzeit nicht, ob das überhaupt schaffbar ist." Auch die Regierung habe "die Situation satt".

Es gilt Spielräume zu schaffen, damit es nicht rapide zu einer Überlastung der Intensivstationen komme. "In zehn Wochen haben wir März. Das gefällt dem Virus nicht", versuchte Gesundheitsminister Rudolf Anschober, motivierend zu wirken.

Und so sehen die geltenden Regeln und die geplanten Verschärfungen aus:

Der Babyelefanten-Abstand wächst von einem Meter künftig auf zwei Meter an. In den sozialen Medien wird die neue Abstandsregel ironisch schon der "Faßmann-Abstand" genannt, weil der Bildungsminister rund zwei Meter groß ist.

Neu ist die FFP2-Maskenpflicht im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln ab 25. Jänner. Allerdings sind die höherwertigen FFP2-Masken spürbar teurer, zwischen 3,50 und 4,50 Euro kostet derzeit eine Maske. Für Menschen mit niedrigem Einkommen will das Gesundheitsministerium bis Mittwoch einen Plan ausgearbeitet haben, wie sich jeder eine Maske leisten kann.

Selbstverständlich gilt im Lockdown nach wie vor die Regel, dass nur maximal eine Person einen anderen Haushalt besuchen darf. Treffen mit Freunden und Familienmitgliedern, mit denen man nicht zusammenlebt, sind auch in den kommenden drei Wochen verboten.

Homeoffice kommt zwar nicht verpflichtend, aber wo es möglich ist, sollte es praktiziert werden.

Verlängert werden auch die Ausgangssperren. Urlaub, etwa in den Semesterferien, ist kein Grund, das Eigenheim zu verlassen. Es gelten weiter die bekannten Gründe: Arbeiten, einkaufen, Arztbesuch, Füße vertreten, Hilfe leisten.

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