Wie sich der Lehrlingsbonus auf den Lehrstellenmarkt ausgewirkt hat

Nur 34 Prozent von 607 befragten Betrieben wollen Lehrlinge aufnehmen
Bis zu 3.000 Euro bekamen Betrieben in Aussicht gestellt, um den Lehrstellen-Mangel in Lockdown-Zeiten zu bekämpfen. Für wen hat sich der Bonus gelohnt?

Karriere mit Lehre? In Zeiten von Pandemie und Lockdowns für viele Jugendliche im Frühjahr 2020 ein Ding der Unmöglichkeit, zumal viele Betriebe geschlossen waren. Eine Studie im Auftrag der Initiative zukunft.lehre.österreich. (z.l.ö) hatte damals coronabedingt den Wegfall von 10.000 Lehrstellen prognostiziert.

Um dieses Szenario zu verhindern, führte die türkis-grüne Regierung im Juli 2020 den Lehrlingsbonus ein: Unternehmen erhielten für neu aufgenommene Lehranfänger einmalig bis zu 3.000 Euro.

Wie prekär war die Ausgangslage Sommer 2020?

Im Sommer vergangenen Jahres sorgte die steigende Jugendarbeitslosigkeit für Besorgnis. Ende Juli verzeichnete das Arbeitsmarktservice (AMS) in diesem Bereich ein Plus von 52,4 Prozent. Es fehlten 5.483 Lehrstellen – auf 6.130 verfügbare Lehrstellen kamen 11.613 Lehrstellensuchende. Die Arbeiterkammer, die anders rechnet, sprach gar von mehr als 19.000 Lehrstellensuchenden. Im April 2020 wurden um 80 Prozent weniger Lehrverhältnisse begonnen als noch im Jahr zuvor.

Kommentare