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Politik Inland
09/23/2021

Welche Kosten Gratis-Corona-Tests für Steuerzahler verursachen

Seit 2020 können österreichweit kostenlose Corona-Tests gemacht werden. Im Budget schlagen sich diese in Milliardenhöhe zu Buche, Deutschland schafft sie mit 11. Oktober ab.

von Johanna Hager

Von A wie Apotheke über B wie Bus bis hin zu G wie Gurgelbox oder T wie Teststraßen: In kaum einem anderen Land ist das Angebot von kostenlosen Corona-Tests so vielfältig wie in Österreich. Mit ein Grund war von Anbeginn an - dass im Gegensatz zu anderen Ländern - nur mittels Test ein Friseur- oder Restaurantbesuch möglich war. Ein Umstand, der Österreich das Image des "Test-Weltmeisters" einbrachte. Das wollen Politik und Experten nun wieder los werden.

Angesichts der österreichweiten Möglichkeit, sich gratis impfen zu lassen, werden immer mehr Stimmen laut, die für die Abschaffung der kostenlosen Tests eintreten.

Zu Monatsbeginn ließ Niederösterreichs ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wissen: "Ich halte es für vernünftig, die Strategie der Gratistestungen für Impfunwillige tatsächlich zu diskutieren.“ In der Pandemie habe die Mehrheit der Bevölkerung "kein Verständnis, dass die Allgemeinheit für die permanenten Gratistestungen für Impfunwillige bezahlen soll“.

Auch Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres ist, wie er im Club 3-Interview Mitte September sagt, dafür, Tests kostenpflichtig zu machen. Tests seien teuer und eine finanzielle Belastung für die Gesellschaft. Es gebe das Gratis-Angebot der Impfung. "Wer das freiwillig ausschlägt, soll für die Tests bezahlen.“ Wie hoch die finanzielle Belastung für den Steuerzahler bis dato ist, ergibt eine KURIER-Nachfrage beim Finanzministerium. 

    1,269 Milliarden Euro für Gratis-Tests

    Im Vorjahr ergaben sich in Summe Kosten von 225,5 Millionen Euro - für das laufende Jahr 2021 sind bis dato 1,071 Milliarden Euro veranschlagt bzw. bereits ausbezahlt. 

    Die kostenlosen Covid-Tests schlagen sich bis dato damit mit 1,269 Milliarden Euro im Staatshaushalt zu Buche.

    225,5 Millionen Euro - Kosten für das Jahr 2020 im Detail 

    • die Landesverteidigung erhielt für Covid-19-Lager sowie die Durchführung von Massentests u.ä. 78,8 Millionen Euro. 
    • das Bildungsressort meldete für Tests u.ä.  3,7 Millionen Euro an Kosten ein.
    • das Covid-19-Präventionsprogramm und Testprogramme im Tourismus beliefen sich auf 43 Millionen Euro.
    • Testungen, Screeningprogramme, Verdienstentgänge, die unter dem Epidemiegesetz subsummiert werden, beliefen sich auf 100 Millionen Euro. 

    1,071 Milliarden Euro - Kosten für das laufende Jahr 2021 im Detail

    • die Landesverteidigung erhält für Covid-19-Lager sowie Durchführung von Massentests u.ä. 188,0 Millionen Euro
    • das Bildungsressort meldete für Tests u.ä. bis dato 167,0 Millionen Euro an Kosten ein, 
    • das Wirtschaftsressort (Tests für Unternehmen u.ä.) 20,0 Millionen Euro.
    • die Beschaffung der Antigen-Tests (via Apotheken) schlägt sich gegenwärtig mit 174,0 Millionen Euro zu Buche.
    • das Covid-19-Präventionsprogramm und Testprogramme im Tourismus belaufen sich auf 69 Millionen Euro.
    • Testungen, Screeningprogramme, Verdienstentgänge, die unter dem Epidemiegesetz subsummiert werden, belaufen sich derzeit auf  453 Millionen Euro.

    "Wir investieren seit Beginn der Krise viel Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, um ausreichend Testkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Mit der Impfung gibt es eine Alternative, die aus volkswirtschaftlicher Sicht das Beste Mittel ist. Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich und Mitmenschen, sondern rettet auch Arbeitsplätze und Unternehmen", so Finanzminister Gernot Blümel. "Je schneller wir den Alltag und die Wirtschaft wieder auf Normalbetrieb stellen können, umso besser sind Wirtschaftswachstum und Beschäftigung.“

    In Deutschland endet das Gratis-Testangebot mit 11.Oktober 2021.

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