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Ruck-Umfeld attackiert Stocker: „Walter wird nicht zurücktreten“

In einem internen Rundschreiben schießt der Wirtschaftsbund-Direktor gegen Kanzler Stocker und WKO-Präsidentin Schultz.
WAHLKAMPFAUFTAKT WR. WIRTSCHAFTSBUND: RUCK

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und WKO-Präsidentin Martha Schultz haben Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien (WKW), am Montag indirekt einen Rücktritt nahegelegt. Ruck steht massiv unter Druck, nachdem profil und Kronen Zeitung über Tonbandaufnahmen berichteten, in denen er offen über Postenschacher spricht und ein eher altmodisches Frauenbild offenbart.

„Sollten die Vorwürfe der Wahrheit entsprechen, kann das nicht ohne Konsequenzen bleiben“, sagt Stocker. Sie gehe davon aus, dass Ruck sich „der Tragweite seiner Äußerungen bewusst geworden sei und “die richtigen Schritte setzen wird“, betont Schultz.

Stocker soll sich „sinnvoll beschäftigen“

Und Ruck? Zeigt sich wenig beeindruckt und will in die Gegenoffensive gehen. Am Nachmittag versandte der Wirtschaftsbund intern Durchhalteparolen: Direktor Florian Kollenz bedankte sich in einem Schreiben an die Obleute, das dem KURIER vorliegt, für die „unterstützenden Nachrichten“ an den Präsidenten. 

Der Tenor ist eindeutig: „Wir lassen uns wegen unbestätigter Aussagen aus einer potenziell illegal angefertigten Tonaufnahme unseren Präsidenten nicht herausschießen.“

Kritik übt der Wirtschaftsbund an Stocker und Schultz: Mit Blick auf die Rücktrittsaufforderungen „lernt man, was Solidarität in einer Partei bedeutet“. „Bundespolitiker“ Stocker schlägt man ein anderes „Betätigungsfeld“ vor: Er könne sich „sinnvoll beschäftigen“, indem er Inflation und Bürokratiewahnsinn bekämpfe.

Schultz wirft man vor, dass sie jetzt spreche, beim „Sündenfall Paketabgabe“ aber geschwiegen habe: „Es gilt der alte Spruch: Wenn jeder vor seiner Haustüre kehrt, dann bleibt die Straße sauber.“

Die zentrale Botschaft am Schluss: Die „Wirtschaftsbund-Familie“ halte zusammen, wenn es notwendig ist. „Keine Sorge, Walter wird nicht zurücktreten.“

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