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20.09.2017

Hasspostings gegen Lunacek auf Hofer-Seite

Das TV-Duell Hofer gegen Lunacek rief Facebook-User auf den Plan, die zum Teil gehässige Kommentare posteten. Auch bei den Grünen musste, wenn auch in geringerem Umfang, gelöscht werden.

"Hasszerfressen" hat Parteichef Heinz-Christian Strache viele FPÖ-Kritiker und im speziellen die Grünen genannt. Das war vergangene Woche, beim Puls-4-Duell gegen Ulrike Lunacek. Gestern saß Partei-Vize Norbert Hofer statt ihm am Tisch beim ORF-Duell gegen die grüne Spitzenkandidatin.

Während das Gespräch hart, aber großteils zivilisiert geführt wurde, ging auf der Facebook-Seite Hofers manchen Sympathisanten das sprichwörtliche Häferl über. Lunacek wurde zum Beispiel als "faschistoide Kampflesbe" bezeichnet. "Norbert fass die Beute" und "Die Blunzn gheat niedagmocht" wurde da etwa gefordert. Überhaupt solle "die grüne dame kompostiert werden".

Eine parlamentarische Mitarbeiterin der Grünen hat gestern um 21:02, also in der Schlussphase des TV-Duells, folgende Auswahl der Postings zusammengestellt und via Twitter veröffentlicht. Dem KURIER liegen zudem Screenshots vor, die die Postings im gesamten Kontext auf Hofers Seite zeigen.

Die Hasspostings sind mittlerweile größtenteils gelöscht worden. Wie lange diese Kommentare zu lesen waren und nach welchen Kriterien gelöscht wurde, dazu gibt es von der FPÖ bisher keine Angaben.

"Restriktive Löschpolitik" bei Grünen

Auch auf der Facebook-Seite von Lunacek musste zumindest ein Posting gelöscht werden, in dem von "Tod und Hass" die Rede war. In einem anderen Posting heißt es: "Zerleg ihn", ein User spricht von "blauen Kampfschlümpfen".

Bei den Grünen betont man, eine "restriktive Löschpolitik" zu verfolgen. Während eines TV-Duells sind rund fünf Leute mit Community Management beschäftigt, heißt es. Allein gestern Abend habe man 400 bis 500 Interaktionen in sozialen Medien bearbeiten müssen. Gelöscht werden beleidigende Postings, auch wenn es den politischen Gegner betrifft, sagt man bei den Grünen. Ist ein Posting strafrechtlich relevant, wird es auch gemeldet beziehungsweise wird geklagt.

Noch unter der ehemaligen Grünen-Chefin Eva Glawischnig hat die Partei einen Kampf gegen Hasspostings begonnen. Im Mai 2017 erreichte man beim OLG Wien ein Urteil, wonach Facebook solche Postings weltweit vom Netz nehmen und nicht nur in einem Land sperren muss. Nach dem Rücktritt Glawischnigs wurde FPÖ-Chef Strache gefragt, ob er sie in ihrem weiteren Kampf gegen Hasspostings unterstützen möchte. Strache sagte: "Ja, selbstverständlich."

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