"Die staatsanwaltschaftliche Arbeit wird zunehmend durch ein vergiftetes und von Freund/Feind-Denken bestimmtes Klima ├╝berlagert"

┬ę FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR

Politik Inland
11/30/2021

"Vergiftetes Klima": WKStA-Ermittlerin gibt auf

Die Juristin Poppenwimmer wechselt in die Anwaltskanzlei Ainedter, die zwei Beschuldigte in der Casino-Causa vertritt.

Im Ibiza-U-Ausschuss hat Christina Jilek f├╝r Aufsehen gesorgt: Sie hatte ein Pl├Ądoyer gegen politische Einflussnahme auf die WKStA gehalten. Jilek hatte die Anti-Korruptionsbeh├Ârde wegen "zerm├╝rbender" Atmosph├Ąre verlassen. Heute unterst├╝tzt Jilek das Antikorruptionsvolksbegehren.

Nun wirft die n├Ąchste Ermittlerin das Handtuch. Linda Poppenwimmer war in den vergangenen sechs Monaten der Generalprokuratur zugeteilt, will nun aber nicht in die WKStA zur├╝ckkehren. Sie geht in die Anwaltskanzlei Ainedter & Ainedter - jene Kanzlei, die zwei Beschuldigte in der Casino-Causa vertritt.

Vergiftetes Klima

In einer Aussendung wird Poppenwimmer mit den Worten zitiert: "Ich bin in die Justiz eingetreten, weil diese eine zentrale S├Ąule des Rechtsstaats ist. Ich musste schweren Herzens erkennen, dass die staatsanwaltschaftliche Arbeit zunehmend durch ein vergiftetes und von Freund/Feind-Denken bestimmtes Klima ├╝berlagert wird. Die Gr├╝nde daf├╝r sehe ich vor allem in einer massiven Zerrissenheit innerhalb der Strafjustiz, einer ausufernden Anzeigen-Unkultur und einer medialen und politischen Vereinnahmung der Justiz von verschiedenen Seiten." Sie w├╝nsche sich, dass die Strafjustiz wieder "in innerer Einheit und ohne Zurufe von au├čen arbeiten kann".

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