Heinz-Christian Strache will Rot-Schwarz „Denkzettel“ verpassen

© APA/ERWIN SCHERIAU

Parteitag
12/07/2013

Strache: "Unsere Zeit naht"

Die Freiheitlichen wittern auf ihrem Parteitag Morgenluft und sehen in der EU-Wahl eine "Denkzettelwahl".

von Elisabeth Holzer

Er glaube ja Umfragen nicht so sehr, behauptet Heinz-Christian Strache. Aber da gleich zwei Medien die FPÖ als derzeit stimmenstärkste Partei wähnen, werde „wahrscheinlich einiges dran sein“, sagt Strache und verkündet: „Die Dämme von Rot und Schwarz drohen zu brechen. Unsere Zeit naht, unsere Zeit kommt bestimmt.“

Spätestens in fünf Jahren, sinniert Strache. „Wir können davon ausgehen, dass Rot und Schwarz noch vor Weihnachten zusammenfinden. Das sind wieder fünf Jahre Stillstand.“ Hätten Werner Faymann und Michael Spindelegger Mut, würden sie Neuwahlen zustimmen, fordert Strache und hat sich auch einen Termin zurechtgelegt: die Europaparlaments-Wahlen im Mai. „Das wäre nur fair. Vor den Wahlen hat man die Menschen belogen, Wahlbetrug gelebt.“

„Denkzettel“ EU-Wahl

Doch weil er an seine Neuwahlforderung selbst nicht zu glauben scheint, stilisiert Strache kurzerhand die EU-Wahlen zu Abrechnung mit SPÖ und ÖVP im Land hoch. „Wir haben die Chance,dass das zur Denkzettelwahl gegen die Präpotenz von Rot und Schwarz wird.“

Apropos EU: Im Leitantrag des Parteitages gestern in Graz sieht man in Österreichs Austritt aus der Union „kein Tabu“, sollte ihr Kurs nicht in Richtung weniger Zentralismus geändert werden. Ein Erweiterungsstopp sei auch nötig, explizite Ausnahme der „Westbalkan“. Die Türkei habe aus „grundsätzlichen Überlegungen“ nichts in der EU verloren.

Auch ein „Zuwanderungsstopp“ findet sich in dem Papier: Wirtschaftsflüchtlinge seien unterwegs, rüffelt Strache vom Podium herab. „Sexuelle Orientierung reicht schon, um Asyl zu erhalten.“

Für die Seinen mahnt er indes Vorbereitung auf Regierungsverantwortung ein. Es gelte, breitere Themen anzubieten und Verantwortung zu zeigen. „Charakterfest, auf Kernthemen aufbauend, aber positiv und differenziert.“ EU-Wahlen, aber auch Landtagswahlen seien Zwischenschritte zum Ziel. Vor allem Wien 2015, der „Mutter aller Schlachten“, ruft Strache: „Unser Ziel ist in Wien über 30 Prozent. Wenn wir das schaffen, dann kippt das rot-schwarze Establishment.“

Zum fünften Mal steht Strache dann als Obmann zur Wahl: Nur 18 Delegierte verweigern sich, das ergibt ein Votum von 96,3 Prozent für Strache; 2011 waren es 94,3 Prozent, 2009 97,2 Prozent. Neu unter seinen Stellvertretern ist der Steirer Mario Kunasek, er löst Barbara Rosenkranz aus NÖ ab.

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