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Politik Inland
11/08/2019

Sozialministerium: "Tore für meine Zukunft" holt UEFA an Bord

Für Jugendliche ohne Ausbildung und Job ist der FC Zukunft ein Weg, über den Sport zurück in die Mitte der Gesellschaft zu finden.

von Elisabeth Hofer

Der Novembernebel hängt über dem Fußballplatz des SV Wienerberg, es regnet unaufhörlich. Trotzdem laufen etwa 25 Burschen in rot-schwarzen Trainingsanzügen über den von Flutlicht beleuchteten Platz. Es sind die Spieler des FC Zukunft – einem Team, das aus sogenannten NEETs besteht.

NEETs bezeichnet die Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die sich nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schule befinden. Um sie wieder in das System zu integrieren, hat das Sozialministerium 2015 auf Initiative des damaligen Sozialministers Rudolf Hundstorfer (SPÖ) das Projekt „Tore für meine Zukunft“ gestartet.

UEFA übernimmt Finanzierung

Mehr als vier Jahre später (und fünf Monate nach dem Tod Hundstorfers) steigt nun die UEFA ein. Will heißen: Ab 1. Jänner 2020 wird das Projekt vollständig durch die UEFA finanziert und weitergeführt.

Projektleiter Herwig Fermüller ist stolz auf „sein Team“. Er und seine Mitarbeiter haben die Jugendlichen zu einem großen Teil aus Parks geholt. Beim FC Zukunft machen sie sechs Stunden Sport in der Woche, doch es geht noch um viel mehr. In Einzelcoachings und Workshops sollen die Spieler die notwendigen Kompetenzen für die Aufnahme einer weiterführenden Bildung oder Ausbildung erhalten. „In mehr als 90 Prozent der Fälle gelingt uns das“, sagt Fermüller, der in den vergangenen Jahren 160 Mädchen und Burschen ins Projekt geholt hat.

Doch nicht alle halten den einjährigen Projektzyklus durch. Das Team arbeitet mit einem Gut- und Schlechtpunktesystem. Wer sich nicht an die Regeln hält, sammelt Schlechtpunkte, die in der Folge zum Rauswurf führen könne. „So lernen die Jugendlichen, dass man etwas bekommt, wenn man auch etwas dafür tut“, sagt die amtierende Sozialministerin Brigitte Zarfl, die das Team anlässlich des UEFA-Einstiegs besucht.

Treffen am Fußballplatz

Dass das Programm das Fußballspielen in den Mittelpunkt stellt, erleichtert auch die Elternarbeit, erklärt Projektleiter Fermüller. „Es ist niederschwellig. Die Eltern kommen dann her, um beim Spiel zuzuschauen.“

Wenn gespielt wird, steht der 16-jährige Nenad im Tor. „Ich bin der Einser-Goalie“, erklärt er. Über das Projekt hat er eine Lehrstelle im Gastgewerbe gefunden und befindet sich bereits im 2. Lehrjahr. „Wenn wir spielen, nehm‘ ich mir aber frei“, erzählt er.

Bisher hat der FC Zukunft in keiner Liga gespielt. Dazu hat die Förderung nicht gereicht. "Mit der UEFA wird sich das jetzt ändern", sagt Fermüller. Die Spieler des FC Zukunft sind in Siegeslaune.

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