Politik | Inland
17.08.2018

Sicherheitskosten: Putin, Trump und Papst in eigener Liga

"Hochgefährdete Persönlichkeiten" genießen besonderen Schutzstatus.

Wladimir Putin, Donald Trump und der Papst sind jene drei Personen, für die das höchste Gefährdungspotenzial bei Staatsbesuchen gilt. Dementsprechend groß sind die Sicherheitsvorkehrungen. Beim jüngsten Besuch Putins vor zwei Monaten in Wien verursachte der Einsatz von 1500 Sicherheitskräften immerhin Kosten von 422.639 Euro. Dass für den Kreml-Chef andere Regeln gelten, zeigt der Vergleich: Der Besuch des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders im Jahr 2015 war für den Steuerzahler deutlich günstiger und schlug sich laut einer parlamentarischen Anfragebeantwortung mit „nur“ 95.406 Euro zu Buche.

Auch wenn Putins Teilnahme an der illustren Hochzeitsgesellschaft der Außenministerin am Samstag als Privatvergnügen anmutet, ist es offiziell laut dem Außenministerium ein „Arbeitsbesuch“. Ein „Privatbesuch“ von Putin, Trump oder dem Papst ist ausgeschlossen. Als „hochgefährdete Persönlichkeit“ genießen alle drei Persönlichkeiten in Österreich besonderen Schutzstatus. Durch die „übliche Sicherheitsbetreuung für den Besuch eines ausländischen Staatsgastes“ trägt diese Kosten die öffentliche Hand, heißt es aus dem Innenministerium.

Die Außenministerin kommt für die Kosten der Hochzeitsfeierlichkeiten, „einschließlich der Kosten für die private Sicherheitsfirma“ auf, erklärt ein Sprecher.

Jawort

Wenn Putins Maschine daher zwischen 13 und 14 Uhr wie geplant am Flughafen Graz-Thalerhof aufsetzen wird, ist eine „Hundertschaft“ an Polizeibeamten für die Sicherheit des Präsidenten verantwortlich. Sollte sich der russische Präsident verspäten, soll jedenfalls mit dem Jawort zwischen Kneissl und dem Unternehmer Wolfgang Meilinger nicht auf den Kreml-Chef gewartet werden, heißt es aus gut informierten Kreisen.

Etwa 30 Spezialkräfte der Polizei-Eliteeinheit Cobra werden mit Personenschützern, Präzisionsschützen und Anti-Terror-Experten die Hochzeit überwachen. Um die Zeremonie nicht durch martialisch anmutende, schwer bewaffnete Polizisten zu stören, üben sich die Beamten für solche Zwecke in vornehmer Zurückhaltung. Die Waffen werden unter dem feinen Zwirn versteckt.