Austrian Cardinal Christoph Schoenborn addresses a news conference in Vienna February 11, 2013. Schoenborn, a former student and close ally of Pope Benedict, is considered a strong candidate to succeed Benedict after the Pope's stunning announcement that he will resign later this month. REUTERS/Heinz-Peter Bader (AUSTRIA - Tags: RELIGION)

© Reuters/HEINZ-PETER BADER

Religionen
03/30/2013

Feiertage: Schönborn für Diskussion

Kardinal Schönborn kann den Wunsch der Muslime nach eigenen Feiertagen aber nur bedingt nachvollziehen.

Die Debatte um andere Feiertage muss geführt werden, man muss aber die Mehrheitsverhältnisse im Land berücksichtigen." Kardinal Christoph Schönborn äußert sich zurückhaltend zu den zuletzt artikulierten Wünschen der Islamischen Glaubensgemeinschaft sowie der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) nach eigenen gesetzlichen Feiertagen in Österreich.

Der Kardinal verwies im Ö1-Mittagsjournal darauf, dass in Österreich "gut 80 Prozent" der Bevölkerung Mitglieder christlicher Kirchen seien. "Dass deren Feiertage bisher bevorzugt privilegiert wurden, ist verständlich". Zudem sei die Regelung auch teils in internationalen Verträgen verankert, etwa im Konkordat. Aber auch das könne natürlich diskutiert werden. Und das würde es ja auch bereits seit Jahren, besonders von der Wirtschaft. Vom religiösen Standpunkt aus gebe es jedenfalls durchaus Feiertage auf die man verzichten könnte – etwa Ostermontag oder Pfingstmontag. "Diskret" weise er darauf hin, dass von diesen Feiertagen auch Nicht-Religiöse profitieren.

"Man kann ein Gesellschaftsmodell bevorzugen, in dem Religionen in den ganz privaten Bereich gehören. Das wird nur nicht funktionieren."

Grundsätzlich hätten freilich alle gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich - "das sind 14 an der Zahl" – die "gleichen Rechte und Pflichten". Dies betonte Schönborn vor allem hinsichtlich des "Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“. Über das Volksbegehren, das in zwei Wochen startet, sei er "nicht unglücklich", meinte der Kardinal. Schließlich gehe es dabei um die grundlegende Frage: "Welche Rolle spielen Religionen im öffentlichen Leben? Welchen Platz haben Religionen in einer säkularen Gesellschaft?".

"Wenn also die Initiatoren dieses Volksbegehrens gegen angebliche Privilegien der katholischen Kirche mobil machen, dann muss man ihnen sagen: Das betrifft alle Religionen", sagte Schönborn. Freilich könne man infrage stellen, dass Religionen - nicht nur die katholischen Kirche - den Status von Körperschaften öffentlichen Rechts zuerkannt bekommen haben. "Man kann zum Beispiel ein Gesellschaftsmodell bevorzugen, in dem Religionen in den ganz privaten Bereich gehören. Das wird nur nicht funktionieren, denn das Recht auf Religionsfreiheit, das zu den elementaren Menschenrechten gehört, auch verbrieft in der Charta der Vereinten Nationen und in allen Menschenrechtskonventionen, erkennt den Religionen das Recht zu, sich auch öffentlich zu artikulieren.“

Begeistert von Franziskus

Gerüchte, er könnte - etwa als Kardinalstaatssekretär - in den Vatikan berufen werden, wies Schönborn als Unfug zurück, er sehe seine Rolle in Wien.

Vom neuen Papst zeigte sich Schönborn begeistert: Franziskus handle offenbar nicht aus einem Popularitätsbedürfnis heraus, sondern scheine innerlich sehr gefestigt zu sein, sonst würde er nicht so unbeschwert auf die Leute zugehen. In der Kirche sei nun eine Art von "Frühlingsstimmung" zu verspüren.

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