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Politik Inland
09/22/2021

Rendi-Wagner: Bis 2030 fehlen bis zu 100.000 Pflegekräfte

Rendi-Wagner fordert Maßnahmenpaket wegen Personalmangel im Pflegebereich und anderen Zukunftsberufen - Zwischen 70.000 und 100.000 zusätzliche Pflegekräfte bis 2030 notwendig

Die SPÖ fordert von der Regierung deutlich mehr Investitionen in den Pflegebereich, um den Pflegekräftemangel zu entschärfen. Wenn man nicht jetzt handle, dann werde Österreich "die Pflegekrise in ein paar Jahren schwer treffen", sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien mit der oö. SPÖ-Spitzenkandidatin Birgit Gerstorfer. Außerdem müsse der Pflegeberuf  deutlich attraktiver gemacht werden.

Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hatte im Juli erste Schritte für die lange angekündigte Pflegereform für Herbst angekündigt. Seinen Schätzungen zufolge fehlen bis 2030 rund 80.000 zusätzliche Pflegekräfte.

Rendi-Wagner spricht sogar von 70.000 bis 100.000 nötigen Arbeitskräften binnen zehn Jahren. Einerseits gebe es durch demografischen Wandel mehr Pflegebedürftige, andererseits würden mehr Pflegekräfte in Pension gehen oder aufgrund der Arbeitsbedingungen den Job verlassen, so die SPÖ-Chefin.

Forderung: "1.700 Euro für Pflegekräfte"

Um den Fachkräftemangel in der Pflege und in anderen Zukunftsberufen (u.a. Green Job) entgegenzuwirken, drängt Rendi-Wagner auf ein Maßnahmenpaket der türkis-grünen Regierung. Erneut forderte sie ein Gehalt von 1.700 Euro brutto für Pflegekräfte in Ausbildung, das der Bund ähnlich wie bei Polizeischülern auszahlen soll. Für Arbeitslose, die sich zu Pflegekräften oder für Zukunftsjobs umschulen lassen, soll es einen 500-Euro-Bonus zum Arbeitslosengeld geben. Neu ist die Forderung der SPÖ, die Kosten für die Meisterprüfung abzuschaffen. Dies sei "eine große finanzielle Hürde", sagte die SPÖ-Chefin.

Für Berufsumsteiger schwebt Rendi-Wagner ein "Qualifizierungsgeld Neu" vor. Derzeit gebe es einen "Fleckerlteppich" von verschiedenen Förderungen je nach Bundesland. Das "Qualifizierungsgeld Neu" soll 70 Prozent des Netto-Letzteinkommens betragen und bei längeren Ausbildungen bis zu drei Jahre ausbezahlt werden. "Um den Fachkräfteturbo zu zünden", brauche es "einen Fachkräftepakt" zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen, sagte die SPÖ-Chefin.

Gerstorfer forderte erneut einen Ausbau der Kinderbetreuung und eine finanzielle Absicherung während der Ausbildung, damit sich Frauen eine Umschulung oder Weiterbildung "auch leisten können". Dies würde auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen. Die Pflegeausbildung müsse auch kostenfrei angeboten werden, so die SP-ÖÖ-Chefin.

Kommenden Sonntag wird in Oberösterreich ein neuer Landtag gewählt. Gerstorfer ist seit 2016 SPÖ-Landesvorsitzende und Landesrätin.

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