Viele Gemeinsamkeiten bei TV-Auftritt der drei SPÖ-Kandidaten

Viele Gemeinsamkeiten bei TV-Auftritt der drei SPÖ-Kandidaten
Am Abend traten die drei Kandidaten hintereinander im Privatfernsehen auf. Christian Kern ist nun offiziell im Team des Burgenländers.

Vier der fünf noch lebenden SPÖ-Altkanzler hatten sich zuletzt hinter Pamela Rendi-Wagner gestellt: Franz Vranitzky, Viktor Klima, Alfred Gusenbauer und Werner Faymann bezogen im Kampf um den Parteivorsitz Position zugunsten der amtierenden Chefin. Nur (und ausgerechnet) deren Erfinder, Christian Kern, deklarierte sich zunächst nicht, wenngleich man ihn dem Lager von Hans Peter Doskozil zuordnete.

Nun hat Kern das bestätigt: In einem langen Facebook-Posting schrieb der Kurzzeit-Kanzler über seinen ehemaligen Verteidigungsminister, Doskozil habe "im Burgenland bewiesen, dass er hält, was er verspricht".

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Wenngleich Kern auch lobende Worte für Rendi-Wagner und den dritten Kandidaten, Andreas Babler, findet, so sieht er doch mit Doskozil für die SPÖ "die besten Chancen", "Blau-Schwarz zu verhindern" ("mein wichtigstes Anliegen", so Kern). Am Donnerstag wird Kern auch Gast bei Doskozils "Freundschaft-Tour" in Neudörfl (Bezirk Mattersburg) sein.

Auftritt aller drei Kandidaten im TV

Davor, am Mittwochabend, waren die drei Kandidaten in der Sondersendung "Kampf um die SPÖ" auf Puls 24 zu Gast. Dass es dabei zu keiner Dreierkonfrontation kam, sondern alle einzeln interviewt wurden, lag an Hans Peter Doskozil – die anderen beiden wären zu einem gemeinsamen Auftritt bereit gewesen.

Darauf angesprochen, meinte der burgenländische SP-Chef, er halte einen solchen Schaukampf auf offener Bühne für die Mitglieder nicht mehr zumutbar und auch der Partei nicht zuträglich.

Viele Gemeinsamkeiten

Inhaltlich zeigten die drei Bewerber wenig Neues. Insbesondere zwischen den ursprünglichen Kontrahenten Rendi-Wagner und Doskozil zeigten sich weniger Unterschiede, als man vielleicht erwarten hätte können. Die Geister scheiden sich vor allem an der Frage, ob der Mindestlohn ein gesetzlicher (Doskozil) oder ein von den Gewerkschaften kollektivvertraglich ausverhandelter (Rendi) sein solle.

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Kaum Differenzen beim Thema Migration

In der in diesem Zusammenhang meist stark in den Vordergrund gerückten Migrationsfrage gab es kaum Differenzen. Rendi-Wagner sah diese vor allem "sprachlicher Natur"– so habe Doskozil Asyl und Migration bisweilen "in eine Kiste" gehaut. Wobei freilich Doskozil selbst in seinem Interview hier klar differenzierte.

Am stärksten grenzte sich (nicht nur, aber auch) bei diesem Thema der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler ab. Er warnte vor einem "Mitheulen nach rechts" – und auf die Frage, ob dieser Vorwurf auch Doskozil treffe, antwortete Babler "Na, natürlich …"

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Generell warnte Babler mehrfach die SPÖ vor einem "Blinken nach rechts" im Sinne mutmaßlicher Stimmenmaximierung. Es gelte, den "Protest nicht gegen ohnmächtige Gruppen lenken, sondern gegen die Mächtigen". Der Kommunalpolitiker stilisierte sich zum Kandidaten, der "aus den Lebensrealitäten heraus", "aus der Mitte der Gesellschaft" komme – im Unterschied zu seinen Mitbewerbern.

Warum sie oder er sich für den besten Kandidaten halte? "Weil man sich auf mich verlassen kann und ich Mut zur Verantwortung habe", antwortete Rendi. Doskozil meinte: "Weil ich glaube, dass ich die richtigen Themen anspreche." Und Babler will "aus der Verkrustung heraus Leute mit einer klaren, authentischen Sprache begeistern".

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