SPÖ-Minister Hanke kündigt Probeabo für Klimaticket an

Das Klimaticket könne künftig für zwei Monate getestet werden, sagt Infrastrukturminister Peter Hanke in einer Grundsatzrede zu Österreichs Mobilität.
PK VERKEHRSMINISTERIUM "AUTOMATISIERTES FAHREN: ÖSTERREICH STARTET NÄCHSTE PHASE": HANKE

Wie kann man die Mobilität in Österreich verbessern? Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) hat Montagnachmittag eine Grundsatzrede "zur Zukunft der Mobilität" gehalten – mit Neuigkeiten. "Die Lage ist ernst, aber sie ist alles andere als hoffnungslos", startet Hanke mit einem umgekehrten Zitat von Schriftsteller Karl Kraus in seinen Beitrag. "Mich treibt der pragmatische Optimismus."

Ob Auto, Rad oder Bahn: Die Menschen in Österreich würden, statt ideologischer Debatten, funktionale und pragmatische Lösungen verdienen. "Was wir brauchen, ist Mobilität ohne schlechtes Gewissen", sagt Hanke. Mobilität sei "weit mehr als Verkehr", sondern ein Grundbedürfnis sowie eine soziale Frage. "Wir wollen von A nach B und keiner darf am Rand bleiben."

"Kennenlern-Abo" für Klimaticket

Autofahren sei keine ideologische Entscheidung, sondern vor allem für Menschen am Land oft eine Notwendigkeit, betont der SPÖ-Minister. "Niemand braucht sich in Österreich dafür zu genieren, auf das Auto angewiesen zu sein." Deshalb lasse die Regierung Autofahrer auch nicht im Stich, verweist Hanke auf die Spritpreisbremse oder den zu Jahresbeginn verdreifachten Pendlereuro.

Gleichzeitig sei es der richtige Moment, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel auszuprobieren. "Da haben wir uns, glaub ich, ein spannendes Produkt ausgedacht: ein Kennenlern-Abo für zwei Monate", sagt Hanke mit Bezug auf das Klimaticket. "Man kann jetzt die Jahreskarte testen und schauen, ob sie wirklich so gut ist, wie ich sie immer propagiere." Wem das nicht gefalle, der könne dann kostenlos wieder aussteigen. Das Angebot gilt für Klimatickets von 1. Mai bis 30. Juni. "Der öffentliche Verkehr ist eine attraktive und leistbare Alternative", sagt Hanke.

Auch neu: Der Tarif bei E-Ladesäulen in Park-&-Ride-Anlagen der ÖBB wird um 25 Prozent auf 30 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Diese Maßnahme gilt ab 1. Mai, vorerst für sechs Monate. Bis 2027 sollen zudem 100 zusätzliche Ladepunkte gebaut werden, bis 2030 insgesamt 400. Bei der Wende hin zur E-Mobilität gehe es auch um den Klimaschutz und größere Unabhängigkeit von fossilen Energien.

Bessere Abstimmung zwischen ÖBB und Asfinag

Mobilität funktioniere nur dann gut, wenn sie übergreifend gedacht werde, betont Hanke. Verkehrsträger und Verkehrsteilnehmer müssten mehr miteinander reden, sich besser abstimmen. Alle Mobilitätspartner würden bereits in den kommenden Monaten dazu Projekte vorantreiben. Welche? 

Hanke nennt Beispiele: Würden auf der Weststrecke Schienen modernisiert, dürfe es nicht gleichzeitig Baustellen auf der Westautobahn geben, "die den Ausweichverkehr entsprechend lahmlegen". Oder: Es ergebe keinen Sinn, wenn ÖBB, Asfinag und Wasserstraßen jeweils eigene KI-Lösungen für ihre Verkehrssteuerung entwickeln würden – gemeinsam könnten sie es besser. Auch Planungstools und Zahlungsmöglichkeiten über alle Verkehrsträger hinweg sollen erarbeitet werden. 

"Genau solche Lösungen brauchen die Österreicherinnen und Österreicher." Hanke will ein integriertes System entwickeln, in dem jeder Verkehrsträger seine Stärke einbringen kann – für ein Zusammenspiel zwischen Schiene, Straße, Luft und Wasser. Dafür müsse man trotz Budgetnot investieren und Mobilität konstant weiterentwickeln.

Österreich soll Europas Logistik-Drehscheibe werden

Bereits heute würde Österreich über ein exzellentes Straßennetz verfügen, sagt Hanke. Jetzt gehe es vor allem darum, Lücken zu schließen – etwa bei der S1, also der umstrittenen Lobau-Autobahn, der S10 oder der A5. "Damit entlasten wir die Transit- und Stau-geplagte Bevölkerung in den Ortschaften", sagt der Infrastrukturminister.

Beim Güterverkehr gehe man jetzt auch "einen Schritt weiter", so Hanke. Österreich habe nämlich das Potenzial, einer der wichtigsten Logistik-Standorte Europas zu werden. Eine neue Logistik-Standort-Strategie werde er "noch vor dem Sommer des heurigen Jahres" präsentieren, so Hanke. Von Stakeholdern habe man dafür rund 1.400 konkrete Ideen und Vorschläge erhalten. "Diese Strategie wird mehr sein als ein Papier", verspricht der Minister "über 100 konkrete Schritte".

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