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Politik Inland
12/12/2019

OGM-Chef Bachmayer: "Drei absolute FPÖ-Nobodys gründen eine Partei"

"Die Allianz für Österreich" möchte bei der Wien-Wahl die FPÖ herausfordern. Hat sie eine Chance?

von Elisabeth Hofer

Drei Abgeordnete braucht es, um im Wiener Gemeinderat einen Klub zu gründen - inklusive 62.200 Euro Klubförderung im Monat. Klaus Handler, Dietrich Kops und Karl Baron haben das am heutigen Donnerstag getan. Sie spalteten sich von der FPÖ ab und gründeten "Die Allianz für Österreich" (DAÖ). Mit ihr wollen sie die FPÖ bei der Wien-Wahl 2020 herausfordern. Kann das gelingen? Brauchen die drei Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als Spitzenkandidaten? Und was wird das für die FPÖ bedeuten? OGM-Experte Wolfgang Bachmayer hat dem KURIER diese Fragen beantwortet.

KURIER: Herr Bachmayer, welche Chancen sehen Sie für die "Allianz für Österreich" bei der Wien-Wahl?

Bachmayer: Das Antreten in Wien und ein Erfolg ist eine Grundvoraussetzung, sonst verschwindet die Partei gleich wieder – man muss da ja nur zurückblicken auf die seinerzeitige Abspaltung des BZÖ. Für einen Erfolg in Wien braucht es aber eine andere Bezeichnung als dieses schrecklich provisorische "Allianz für Österreich" – da muss das Wort Strache in den Namen.

Und im Bund?

Ein späterer Erfolg im Bund ist aus heutiger eine vage Hoffnung, mehr nicht. Aber dafür ist ein Erfolg bei den Wiener Wahlen im nächsten Herbst Voraussetzung.  Durch einen Einzug in den Wiener Gemeinderat würden sich neue Möglichkeiten ergeben – schon allein in finanzieller Hinsicht. Also ein Schritt nach dem anderen.

Braucht es Strache als Spitzenkandidaten für einen Erfolg?

Strache wird weiterhin für Storys sorgen und er wird ein Thema bleiben. Ein erfolgreiches Antreten ohne Strache ist  undenkbar  – drei absolute FPÖ-Nobodys gründen eine Partei. Die hätten ein "Null Komma irgendwas"-Ergebnis. Mit Strache wird die neue Partei von der Aufmerksamkeit der Medien profitieren.

Welche Rolle wird dabei eine zukünftige Regierung spielen?

Diese neue Partei wird vor allem dann eine Chance haben, wenn es eine türkis-grüne Koalition geben wird. Die aktuelle Euphorie über Türkis-Grün wird vielleicht noch eine Weile anhalten, aber dann wird sie in den Niederungen der Alltagspolitik ankommen und könnte ein paar Kratzer bekommen. Dann wird übrigens auch die FPÖ auf den harten Kickl-Kurs übergehen und sich etwas konsolidieren.

Wie wird sich die neue Partei auf die FPÖ auswirken?

Eine "Liste Strache“ wird zum einen der FPÖ einige Stimmen wegnehmen, sie kann aber auch an andere Parteien verloren gegangene Stimmen zurückholen. Zwischen Strache und Kickl könnte sich dann eine Dynamik ergeben, wie man es früher von Haider und Strache in TV-Duellen kannte.

Warum?

Sie kommen ja aus dem gleichen Stall, der Konflikt ergibt sich nur aus persönliche Divergenzen, nicht aus inhaltlichen. Strache wird ja nicht mit einem überraschenden Integrationsprogramm daher kommen

Wem würden diese Divergenzen nutzen?

In Wien am ehesten Michael Ludwig und der SPÖ, so kurios das auch klingt. Weil mit Strache und Kickl hat er gleich zwei Feindbilder als Gegner, das mobilisiert die eigenen Wähler.

Haben die Wähler Strache den Ibiza-Skandal schon verziehen?

Das war schon nach der EU-Wahl für die meisten Wähler erledigt. Die Marke Strache hat aber ihre Fans und Anhänger, was auch immer passiert.

Mit welchem Ergebnis ist also bei der Wien-Wahl für die DAÖ zu rechnen?

Wenn Strache dabei ist, haben Sie ganz gute Chancen, in  den Gemeinderat einzuziehen.

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