Strache nimmt auch seine Ehefrau Philippa in Schutz

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Politik Inland
09/29/2019

Offenbar kein Nationalratsmandat für Philippa Strache

Aufgrund des schlechten FPÖ-Ergebnisses in Wien dürfte sich für die 32-Jährige kein Mandat ausgehen. Kickl soll Spitzenkandidat für Wien-Wahl werden.

von Valerie Krb, Johanna Hager

Dem Vernehmen nach wollte Heinz-Christian Strache noch am Wahlsonntag in der Hofburg auftreten, er sagte aber in letzter Sekunde ein Interview mit Servus TV ab, wie ranghohe FP-Funktionäre dem KURIER verrieten. Seine Frau Philippa dürfte wegen des schlechten Wahlergebnisses in Wien gar nicht ins Parlament einziehen.

Die Freiheitlichen verloren in der Hauptstadt knapp acht Prozent, fielen auf 13,2 Prozent zurück (2017: 21,3 Prozent). Philippa Strache kandidierte für die FPÖ Wien auf Listenplatz drei, ein Einzug in den Nationalrat dürfte sich daher Stand jetzt nicht mehr ausgehen.

Ob der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aufgrund der Spesen-Affäre aus der Partei ausgeschlossen wird, wollen die Parteigremien in den nächsten Tagen beraten. Hofer selbst wollte sich zur Causa heute noch nicht äußern: "Es ist heute nicht der Tag, wo man solchen Dingen nachgeht."

Bei der Wahlparty der Blauen in der "Prateralm" versprach Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp derweil "die größte Wählerrückholaktion der Zweiten Republik". Bereits zur Wien-Wahl 2020 wolle man so stark wie zuletzt 2017 zurückkommen.

Im Publikum gehen die Meinungen in Hinblick auf den desaströsen Stimmenverlust auseinander. Der 50-jährige Gunnar etwa findet das Ergebnis nicht so tragisch. "Wenn man gegen die Mafia kämpft, muss man auch einstecken können." Und weiter: „Wir müssen froh sein, wenn wir nicht irgendwo mit Betonpatscherl enden, sondern nur zehn Prozent bei der Wahl verlieren.“ 

Pensionist Bernhard hingegen wirkt sichtlich geknickt. Allein sitzt er bei Bier und Gulasch und gibt Strache die Schuld. "Er hätte gleich nach der Ibiza-Affäre aus der Partei austreten sollen."

Den offiziellen Teil der Wahlparty schließen die Spitzenkandidaten Norbert Hofer und Herbert Kickl ab. 

Man müsse die Chance dieser schwierigen Zeit nutzen, um aus der FPÖ eine Partei zu machen, die wieder "ganz vorne mit dabei ist", sagt Hofer. Und er teilt auch gleich Richtung ÖVP aus: Es werde schwierig für Kurz seine Wahlversprechen umzusetzen. 

"Ihr könnt nichts dafür", richtet sich Herbert Kickl als letzter an das Publikum der "Prateralm". Österreich gerate nun in eine "lustige Situation". Er schließt mit: "Ende gut, alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." Tosender Applaus.

Kickl als Wien-Spitzenkandidat?

KURIER-Informationen zufolge werden übrigens bereits Pläne für kommende Wahlen geschmiedet, doch das wäre ein Paukenschlag: Herbert Kickl plant, bei der kommenden Wien-Wahl als Spitzenkandidat anzutreten. "Wo, wenn nicht in Wien, sind Kickls Themen präsenter?", fragt ein FPÖler. Wien wählt spätestens in einem Jahr.

Norbert Hofer soll, auch aus Rücksicht auf seine Gesundheit - wie schon von 2013 bis 2017 - dritter Nationalratspräsident werden. Kickl soll Klubchef bleiben.