© APA/AFP/JOE KLAMAR / JOE KLAMAR

Politik Inland
09/13/2019

ÖVP, FPÖ und Grüne präsentierten neue Plakate

ÖVP, Grüne und FPÖ enthüllten ihre neuen Plakate. Während es bei den Grünen ums "Überleben" geht, dreht sich bei der ÖVP alles um "Kurz".

ÖVP und Grüne haben am Freitag die zweite Welle ihrer Plakatserie eingeläutet. Die ÖVP setzt dabei voll auf ihren Spitzenkandidaten Sebastian Kurz. Auf den beiden enthüllten Plakaten ist ein in die Ferne blickender Kurz im Großformat zu sehen.

Die Slogans, einschlägig und kurz: "Wer Kurz will, muss Kurz wählen", "Klarheit schaffen, Kurz wählen". Dann wäre da noch: "Österreich braucht seinen Kanzler". Generalsekretär Karl Nehammer, der die Plakate enthüllte, meinte, dass die Erwartung, wonach alle gegen die ÖVP und gegen Kurz arbeiten, nun eingetreten sei. Dann warnte er vor einer Rot-Grün-Pinken Dreier-Koalition, die er schon "am Horizont" sehe.

ÖVP Plakatpräsentation

ÖVP Plakatpräsentation

ÖVP Plakatpräsentation

Grüne: "Es geht ums Ganze"

Die Grünen warnen vor dem vom Menschen verursachten Klimawandel. Der Klimaschutz habe derzeit keine Stimme im Hohen Haus und die brauche es ganz dringend, sagte Listenzweite Leonore Gewessler und stellte fest: "Es geht ums Ganze, es geht ums Überleben." Denn "wir müssen vom Reden ins Tun kommen, es braucht mehr als nur Scheinmaßnahmen", forderte sie etwa eine flächendeckende Lkw-Maut. "Wir müssen jetzt handeln, um nicht mit 140 in die Sackgasse zu landen", so Gewessler in Anspielung auf die verkehrspolitischen Ideen der FPÖ.

Spitzenkandidat Walter Kogler skizzierte die derzeitige Klimaschutz-Politik in Österreich mit der Metapher eines brennenden Hauses: "Es brennt längst nicht mehr nur das Dach, sondern auch die Geschoße, das ganze Haus. Die FPÖ ist Brandbeschleuniger, SPÖ und ÖVP pritschelt mit der Gießkanne im Erdgeschoß herum. Das ist keine Brandbekämpfung."

Plakatpräsentation der Grünen

Plakatpräsentation der Grünen

Plakatpräsentation der Grünen

Die Menschheit stehe an einer Zeitenwende. Die bisherige Untätigkeit sei eine "Verantwortungslosigkeit, die sich aus der Mutlosigkeit nährt" und das sei künftigen Generationen gegenüber "eine Herzlosigkeit und letztlich eine Hirnlosigkeit", so Kogler.

Neue Technologien gegen das Klima

Nehammer verwies indes neuerlich auf die Leistungen der ÖVP in der türkis-blauen Koalition und die Pläne für die Zukunft. Ein starkes Fundament habe die ÖVP mit der Entlastung der Menschen und der Bekämpfung der illegalen Migration gelegt. Nun gehe es darum, die Pflege neu zu denken und weiter die Identität Österreichs zu bewahren, etwa mit dem Kampf gegen den radikalen Islam.

Zum Klimathema gab es dann auch noch einen Nachsatz: Die ÖVP wünsche sich einen neuen Vertrag für Europa und wolle den Kampf gegen den Klimawandel nicht mit Strafen und Verboten führen, sondern mit der Belohnung von umweltfreundlichem Verhalten und mit neuen Technologien.

Warnende Worte im blauen Kernland

Die FPÖ präsentierte ihre neuen Plakate in Graz. Neben dem designierten Bundesparteichef Norbert Hofer ist zu lesen: "Schwarz-Grün gefährdet deine Zukunft". Neben Herbert Kickl steht: "Ohne uns kippt Kurz nach links". Die beiden Ex-Minister Kickl und Mario Kunasek präsentierten die Slogans.

Plakatpräsentation FPÖ

Plakatpräsentation FPÖ

Plakatpräsentation FPÖ

Plakatpräsentation FPÖ

Plakatpräsentation FPÖ

Kunasek, der am 24. November bei der Landtagswahl wieder als Spitzenkandidat für die Blauen ins Rennen gehen wird, bezeichnete die Steiermark als "freiheitliches Kernland". Er glaube an ein "großartiges Ergebnis". Zugleich rief er aber auch die Bilder von 2015 in Erinnerung, als in der Südsteiermark tausende Menschen ohne Grenzkontrollen durchwanderten. "Wir wollen den Grenzschutz aufrecht erhalten", so der frühere Verteidigungsminister. Wahlziel in der Steiermark sei es, in jedem Wahlkreis ein Grundmandat zu schaffen.

"ÖVP wieder auf den rechten Weg bringen"

Als Kickl das Wort übernahm, wurde er sofort von Demonstranten unterbrochen, die sich bei der Präsentation am Innengelände der Grazer Messe zunächst im Hintergrund unauffällig unter die Leute gemischt hatten. Die Tierschützer plakatierten: "Die FPÖ hat die Schweine verraten". Sie forderten tiergerechte Haltung für Borstenvieh. Kickl blieb ruhig und meinte, dass sie eben keine eigene Veranstaltung zusammenbekommen würden, und daher bei der FPÖ hineinplatzten.

Als die etwa fünf Demonstranten hinausgebracht worden waren, kam Kickl zum "Startschuss für das Finale Grande". Die FPÖ wolle die "ÖVP wieder auf den rechten Weg bringen". Es drohe ein "Kippen nach links", wie auch schon bei der vergangenen Präsidentenwahl