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Politik Inland
08/23/2019

Tierschützer platzte in FP-Plakatpräsentation

Grüne und FPÖ enthüllten erste Wahlplakate. Die FP-Präsentation verlief nicht ohne Komplikationen.

Kurz vor dem Wochenende präsentierten Freiheitliche und Grüne ihre ersten Plakate für die Nationalratswahl am 29. September.

Während die FPÖ inhaltlich auf Köpfe und Türkis-Blau setzt, plakatieren die Grünen Umwelt- und Antikorruptions-Sujets.

FPÖ: Heimattreu und sicher

Die freiheitlichen Plakate der ersten Welle wurden von Parteiobmann Norbert Hofer und Klubobmann Herbert Kickl enthüllt. Das passt, denn auch auf den Plakaten wird prominent auf die beiden Parteispitzen gesetzt.

Während Hofer mit "Fair. Sozial. Heimattreu." beworben wird, ziert Herbert Kickls Konterfei der Spruch "Mit Sicherheit für Österreich".

Beiden Plakaten gemeinsam sind der rot-weiß-rote Hintergrund und die klare Ansage: "Koalition für unsere Heimat fortsetzen". Diese Koalitionsansage bezeichnete Spitzenkandidat Hofer dann als geschichtsträchtigl: "Wir kokettieren nicht in andere Richtungen."
 

Mit der politischen Performance der ÖVP und deren "Linksschwenk" sei man aber nicht glücklich. Die Parteifarbe Türkis sei in letzter Zeit eher zu einer "Schmuckfarbe" verkommen, findet Kickl. Man wolle Parteichef Sebastian Kurz daher "an der Hand nehmen", um ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen. Dieser brauche einen "Mutmacher".

Angebliche Differenzen stellten die beiden Politiker in Abrede, "zwischen uns passt kein Blatt Papier", sagte Hofer.

Eine kleine Unstimmigkeit gab es bei der Plakatpräsentation der FPÖ dann aber doch: Ein Tierschützer platzte in die Veranstaltung und stellte sich mit dem Foto eines Schweines in Massentierhaltung neben das Podium. "Ich würde Ihnen raten eine eigene Veranstaltung abzuhalten", sagte Kickl. Der Mann wurde hinaus begleitet. 

Zurück zu den Grünen

Die Grünen setzen mit ihren ersten Plakaten hingegen weniger auf Personen denn auf die Themen Umwelt und Antikorruption. Das Spitzentrio auf der Bundesliste, Werner Kogler, Leonore Gewessler und Sibylle Hamann, enthüllte gemeinsam mit Wahlkampfmanager Thimo Fiesel drei Sujets mit prominent platzierten Fragen. "Wen würde die Zukunft wählen?", "Wen würde das Klima wählen?" bzw. "Wen würde der Anstand wählen?", so die rhetorischen Fragen.

Wer sich trotzdem nicht sicher ist, findet die Antwort darunter: "Zurück zu den Grünen", bleibt die Öko-Partei auch für die Nationalratswahl bei ihrem erfolgreichen Slogan aus dem EU-Wahlkampf.

Vom vierten Plakat blickt einem dann übrigens doch Spitzenkandidat Kogler entgegen und verkündet die Grüne Botschaft: "Saubere Umwelt. Saubere Politik."

 Kogler nahm bei der Präsentation der Plakate am Wiener Donaukanal die ehemaligen Regierungsparteien ÖVP und FPÖ ins Visier. Beide Parteien hätten die vorgezogenen Neuwahlen zu verantworten. "Die FPÖ ist genetisch auf der schiefen Bahn. Die Ausführungstäterschaft liegt bei Türkis." Kritik übte der Grünen-Chef auch an der Spenden-Offenlegungspolitik der ÖVP. "Das ist völlig anstandsbefreit."

In Meinungsumfragen für die Nationalratswahl am 29. September liegt man aktuell bei rund 11 Prozent. Bei der Nationalratswahl im Jahr 2017 flogen die Grünen mit 3,8 Prozent aus dem Parlament. "Wenn wir gut sind, schaffen wir ein sensationelles Comeback", sagte Kogler.

Die Ex-Global 2000-Chefin und Listenzweite, Leonore Gewessler, kritisierte bei der Plakatpräsentation "die verheerende Bilanz" der Klimapolitik in Österreich. Hier müsse es schnellstmöglich "konkrete Maßnahmen" geben. Für die Listendritte, Sibylle Hamann, war Österreich mit der ÖVP/FPÖ-Regierung "auf dem falschen Weg". Nach dem Regierungsende sei ein "Ruck durch das Land gegangen".

   Konkrete Wahlkampfforderungen stellten die Politiker am Freitag noch nicht auf. Kommenden Montag präsentieren Kogler und die NR-Kandidatin und Bundesrätin Ewa Ernst-Dziedzic das Wahlprogramm. Aus Budgetgründen verzichten die Grünen auf Inserate in Zeitungen und Zeitschriften. Ab Ende August werden die Wahlkampfplakate auf rund 24.000 Kleinflächen in Österreich affichiert.