Große Sorge vor Krieg, kaum Vertrauen in die Politik: So tickt die Generation Z

Große Sorge vor Krieg, kaum Vertrauen in die Politik: So tickt die Generation Z
Ö3-Jugendstudie: Das Gros der Generation Z ist zufrieden, will einen sicheren Arbeitsplatz - aber nur 14 Prozent fühlen sich von der Politik gut vertreten. Wie würden Sie abstimmen?

Sind Teenager und Mitzwanziger woke, vegan und ängstlich? Das Ergebnis der großen Ö3-Jugendstudie 2023, ein Projekt von Hitradio Ö3, unterstützt von ORF Public Value und begleitet vom Sozialforschungsinstitut Foresight, zeigt, dass Jugendliche den kolportierten Klischees über sie nicht entsprechen - ihnen teils widersprechen. 

Über 30.000 Menschen haben im April und Mai 2024 an der Umfrage teilgenommen. Ausgewertet wurde laut Aussendung die Zielgruppe der 16- bis 25-Jährigen.

Die sogenannte Generation Z (Jahrgänge zwischen 1995 und 2010) lernt(e) in der Schule mehrheitlich (66 Prozent) am "Leben vorbei". 34 Prozent geben an, in der Schule "fürs Leben gelernt zu haben". 

Danach gefragt, welches Schulfach er oder sie einführen würde, sagen 84 Prozent Finanzbildung. Weit abgeschlagen ist das Fach "Mental Health" mit 55 Prozent und Ernährungslehre (48 Prozent). Die von Politik und Medizin immer wieder ins Treffen geführte "tägliche Turnstunde" erachten in Relation nur 24 Prozent für als wichtig an.

Im Berufsleben will die Generation Z jedenfalls "etwas Sinnvolles machen" (76 Prozent) und "einen sicheren Arbeitsplatz" (74 Prozent). 

An dritter Stelle kommt der Wunsch nach Work-Life-Balance, also genügend Freizeit neben der Arbeit (65 Prozent) und flexible Arbeitszeiten (57 Prozent).

Entgegen kolportierter Klischees legen Jugendliche weniger Wert auf Homeoffice (31 Prozent) oder die Möglichkeit der 4-Tage-Woche (31 Prozent). 

57 Prozent erachten 40 Stunden Arbeit/Woche als notwendig an

In der politisch geführten Debatte rund um mehr oder weniger Arbeit - (32-Stunden-Woche vs. 41-Stunden-Woche) fällt das Votum der Jungen eindeutig aus. 

57 Prozent erachten 40 Stunden Arbeit pro Woche als notwendig an - sowohl für sich selbst als auch den Arbeitsmarkt. 43 Prozent sind der Meinung, Arbeit sollte nicht das eigene Leben domininieren.

Geht es nach Berufsbildern, so können sich 55 Prozent vorstellen, im Management zu arbeiten, 48 Prozent in einem Handwerksberuf und 38 Prozent als Physiotherapeut

Größte Sorge Krieg, kaum Vertrauen in die Politik

Die größten Sorgen bereitet der Generation Krieg (79 Prozent), Terrorismus (66 Prozent) und der Klimawandel (59 Prozent). 

Vor Zuwanderung oder Rassismus fürchten sich je 38 Prozent, vor Atomkraft 37 Prozent. Zu denken geben sollte den Parteien das Ergebnis bei Politik-Fragen.

19 Prozent vertrauen der Politik nicht, lediglich 14 Prozent fühlen sich von der Politik gut vertreten, 66 Prozent geben an, sich für Politik zu interessieren.

Dringenden Handlungsbedarf sehen die meisten (83 Prozent) beim Schließen der Schere zwischen Arm und Reich, bei der Pflege (79 Prozent) und Migration (78 Prozent). 

Charakteristika: Fleisch essen, mit Bargeld zahlen und Dialekt reden

Zum Alltagsleben gehört für 83 Prozent, Fleisch zu essen. Zum Vergleich: Lediglich 7 Prozent geben an, sich vegan zu ernähren. Dialekt reden (81 Prozent) und Kochen (80 Prozent) gehört für die 16- bis 25-Jährigen ebenso integral zum Alltag wie Bargeld zu verwenden (73 Prozent) und online einzukaufen (69 Prozent). 

Out sind im Vergleich dazu Zigaretten (18 Prozent), Snus (12 Prozent) oder Cannabis (11 Prozent).

81 Prozent der Befragten geben an, heterosexuell zu sein, 19 Prozent sind queer. 97 Prozent ist bei der Partnerwahl Liebe wichtig, 95 Prozent Humor und 87 Prozent, dass das Gegenüber die gleichen Werte als wichtig erachtet.  

Die Mehrheit (52 Prozent) gibt an, sich psychisch "eher gut" zu fühlen, 27 Prozent "eher schlecht". Im Bedarfsfall würden 54 Prozent jedenfalls eine Psychotherapie machen - für 20 Prozent kommt das nicht infrage. 

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