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Politik Inland
06/12/2019

Norbert Hofer in der ZiB2: "Ich bin kein Unmensch"

Ein Parteiausschluss Straches sei für den designierten FPÖ-Obmann nicht in Frage gekommen. Und er glaubt, dass Strache das EU-Mandat eher nicht annehmen werde.

von Valerie Krb

Am Donnerstag soll die Entscheidung getroffen werden: Wird der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache das EU-Mandat annehmen oder nicht? Dazu trifft der Ex-FPÖ-Obmann seinen Nachfolger Norbert Hofer zu einem Gespräch. Letzterer deutete schon am Mittwochabend an, in welche Richtung es gehen könnte. "Ich glaube, er tendiert dazu, es nicht anzunehmen", sagte Hofer im Zib2-Interview. Ihm zufolge habe Strache die vergangenen Tage noch überlegt. "Aber ich habe das Gefühl, dass er eine Entscheidung getroffen hat."

Vorrangiges Thema im ORF-Interview war erneut das Ibiza-Video. Auf die Frage, warum Strache weiterhin Mitglied der Fraktion sei, entgegnete der neue FPÖ-Chef: "Es (Straches Aussagen im Video, Anm.) war falsch. Es war nicht ok. Aber ich bin kein Unmensch." Man könne nicht das gesamte Leben eines Menschen auf der Basis eines siebenstündigen Videos beurteilen, sondern müsse auch die "Lebensleistung beurteilen". Und diese sei positiv. Zudem seien die Zusagen im Video nie umgesetzt worden.

"Wenn es gute Anträge sind, gehen wir mit"

Warum die FPÖ nun einem Glyphosat-Verbot zugestimmt, das Rauchverbot aber abgelehnt habe? "Man kann den Wirten nicht die Verantwortung für die Gesundheitspolitik geben", sagte Hofer. Wichtig sei ihm nun, dass im freien Spiel der Kräfte keine neuen Schulden gemacht würden. Und bezüglich spekulierter Allianzen im Parlament: "Wenn es gute Anträge sind, gehen wir mit."

Zuletzt gab es noch großes Lob für Bundespräsident Alexander Van der Bellen - wenn auch auf Nachfrage. Er sei "sehr zufrieden" damit, wie Van der Bellen die Situation rund um den Regierungscrash gemeistert habe, er habe "seine Sache gut gemacht", sagte Hofer, und schließlich: Das sei "aber wirklich eine herausragende Leistung des Bundespräsidenten" gewesen, der "auch mein Bundespräsident ist, natürlich".