Nico Marchetti tritt als ÖVP-Generalsekretär zurück
ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti nimmt seinen Hut. Das hat die Volkspartei am Dienstagabend per Aussendung mitgeteilt. Mit Ende Juli lege Marchetti seine Funktion als Generalsekretär der Partei zurück, hieß es. Nachfolger gibt es offiziell noch keinen, darüber soll zeitnah informiert werden. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem Nachfolger aber um Markus Gstöttner handeln. Der einstige Kabinettschef-Stellvertreter unter Sebastian Kurz (ÖVP) und Kabinettschef unter Karl Nehammer (ÖVP) wurde im Jänner zum Sonderbeauftragten für die Reformpartnerschaft ernannt.
In einem persönlichen Statement schrieb Marchetti: „Ich bin aus Überzeugung Sachpolitiker, ein Politiker der Mitte und mir liegt die feine Klinge mehr als der Bihänder. In den knapp eineinhalb Jahren habe ich mich als durchaus untypischer Generalsekretär in den Dienst meiner Partei gestellt, weil ich zutiefst von den christlichen, konservativen und liberalen Werten der Volkspartei überzeugt bin“. Die letzten Jahre sei er allerdings ausschließlich Berufspolitiker gewesen und verspüre nun „den großen Wunsch, mir ein zweites Standbein neben der Politik aufzubauen“.
Das letzte Interview in seiner Funktion als ÖVP-Generalsekretär gab Nico Marchetti dem KURIER. Sie können es hier nachlesen.
Dank von Stocker und der SPÖ
ÖVP-Parteichef und Bundeskanzler Christian Stocker dankte dem Generalsekretär in der Aussendung „für seine umsichtige Tätigkeit als Generalsekretär in den letzten eineinhalb Jahren“. „Insbesondere danke ich ihm für sein Engagement, seine Loyalität und dafür, dass er in einer mehr als herausfordernden Zeit voller Umbrüche und Veränderungen sich dieser Aufgabe mit vollem Einsatz gewidmet hat“, so Stocker. Marchetti soll Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der Volkspartei bleiben.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim bedankte sich via Aussendung bei Marchetti für „die gute und konstruktive Zusammenarbeit in den letzten 1,5 Jahren. Eine Dreierkoalition in herausfordernden Zeiten erfordert intensiven Dialog und Kompromissbereitschaft. Auch wenn wir politisch oft unterschiedlicher Ansicht sind, ist der Austausch mit Marchetti stets von Wertschätzung, Respekt und Verlässlichkeit geprägt gewesen“.
Innerparteilich unter Druck geraten
Zuletzt war der 36-jährige Marchetti, der im Februar 2025 nach dem Wechsel von Alexander Pröll in die Regierung zum Generalsekretär der ÖVP aufgestiegen war, innerparteilich zunehmend unter Druck geraten. Für Kritik sorgte, dass sich Marchetti vor der Wahl der ORF-Spitze öffentlich für eine Bewerbung des letztlich erfolgreichen damaligen APA-Geschäftsführers Clemens Pig ausgesprochen hatte. Nicht rosig ist die Bilanz Marchettis auch, was die Umfragewerte der Kanzlerpartei betrifft.
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