Erwin Zangerl

© APA/HERBERT PFARRHOFER / HERBERT PFARRHOFER

Politik Inland
02/10/2019

Minus für Schwarz, leichtes Plus für Rot

Der Tiroler AK-Präsident Zangerl prangerte bis zuletzt „die soziale Kälte“ der türkis-blauen Regierung an.

von Christian Willim

Ein regelrechtes Dauerfeuer hat Erwin Zangerl in den vergangenen Monaten Richtung Wien gerichtet. Der Tiroler AK-Präsident prangerte „die soziale Kälte“ der türkis-blauen Regierung an. Und kritisierte damit seine eigene (Bundes)-ÖVP – etwa, wenn es um die Einführung des 12-Stunden-Tags ging.

Zangerl musste befürchten, für diese Reformen die Rechnung der Arbeitnehmer präsentiert zu bekommen. Im AK-Wahlkampf präsentierte er sich als „sozialer Schwarzer“ und ließ sich im ganzen Land plakatieren.

Die Strategie ging auf. Laut vorläufigem Endergebnis vom Freitag muss der Tiroler mit seiner Liste (AAB-FCG) zwar ein Minus (2,5 Prozent) einstecken. Mit 61,4 Prozent konnte Zangerl die absolute Mehrheit aber mehr als deutlich verteidigen. Das reicht nicht nur, um weiter AK-Präsident zu bleiben. Auch die drei Vizepräsidenten werden von der schwarzen Liste besetzt.

Leiserer Wahlkampf

Vorarlbergs VP-Arbeiterkammer-Präsident Hubert Hämmerle war thematisch im Wahlkampf zwar auf einer Linie mit Zangerl, machte jedoch, anders als der Tiroler, nicht österreichweit mit markigen Sagern von sich reden. Hämmerle verliert mit seiner Liste (ÖAAB/FCG) die absolute Mehrheit, die er seit 1974 durchgehend gehalten hatte. Sie war mit 51,7 Prozent (2014) auch nicht besonders stark abgesichert. Das Minus von 4,4 auf 47,3 Prozent der Stimmen fällt aber eindeutig aus.

Um sein Präsidentenamt muss sich Hämmerle trotzdem keine Sorgen machen. Seine Liste bleibt klare Nummer eins (siehe Grafik). Einen Erfolg beim ersten Antreten feiert die Migrantenliste HaK, die auf 6,1 Prozent kommt. Die zweite Migrantenliste (NBZ) stürzte ab.

Während alle anderen Bundesländer in der AK rot dominiert werden, bleibt der Westen weiter schwarz. Die AK-Wahlen werden als Stimmungstest für die SPÖ gewertet. Die Ergebnisse in Tirol und Vorarlberg sind aber nur bedingt aussagekräftig.

Denn dort verfolgten die Schwarzen jenen Anti-Regierungs-Kurs, von dem sich die rote FSG Erfolg verspricht. In Vorarlberg kam sie auf ein Plus von 3,2 Prozent. In Tirol waren es nur plus 1,2 für Rot, während Blau um fast drei Prozentpunkte zulegte.

Ein möglicher Bundes-Trend ist wohl erst absehbar, wenn am Samstag auch die AK-Wahlergebnisse aus Salzburg vorliegen, wo die FSG den Präsidenten stellt.

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